Archiv der Kategorie: Kulinarisches

Erzeugerbesuch in der Heidelberger Sektkellerei

Am 3. Juli besuchten wir die Heidelberger Sektkellerei in der Blumenstrasse 41. Zehn Slow Foodies fanden sich bei sehr heißem Wetter in den Räumen der Heidelberger Sektkellerei an und wurden sehr freundlich von Herrn Christian Hülsemann, den ein paar von uns schon auf dem Schneckentisch im Minoru-Bonsaizentrum Ende Juni kennenlernen konnten, empfangen. Weiterlesen

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Der Dachsenfranz lebt….

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Gestern, am 20.03.2015, war es soweit: der lang ersehnte Besuch der Dachsenfranz-Brauerei in Zuzenhausen mit anschließendem 5-gängigem Biermenü im zugehörigen Brauereigasthof fand endlich statt. Zehn Slowfoodies wurden von Geschäftsführer Wilhelm Werner in seinem Familienunternehmen willkommen geheißen und im Rahmen eines über 1-stündigen Rundgangs durch das Unternehmen in die Kunst des Bierbrauens eingeführt.

Die Dachsenfranz-Brauerei wird von Wilhelm Werner, seiner Familie und Mitarbeitern in 6. Generation geführt. Schon 1832 wurde an dieser Stelle, noch unter dem Namen Adler-Brauerei, erstmals Bier gebraut und Gäste im angeschlossenen Wirtshaus bewirtet. Erst 1993 wurde das Unternehmen zur Dachsenfranz-Brauerei umbenannt. Der Namensgeber Dachsenfranz war ein Mailänder Soldat, der an der Seite Garibaldis für die Einigung Italiens (1861) kämpfte, aber aufgrund von Streitigkeiten mit seinem Vorgesetzten das Land gen Norden fliehen musste. Er fand seine Zuflucht letztendlich im Kraichgau und wurde dort bekannt und bewundert für sein geheimnisvoll-abgeschiedenes Leben in Erdhöhlen des Waldes, für seine sagenhafte Fähigkeit der Raubtierjagd – daher der Name Dachsenfranz – und insbesondere Bekämpfung von Ratten- und Mäuseplagen; er war somit gern gesehener Helfer für die lokalen Müller und ein Faszinosum speziell für Kinder. Weiterlesen

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Bericht von unserem Kochstammtisch am 14. 2.2015

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Nach langer Vorbereitung war es endlich wieder so weit: wir trafen uns am Sonntag, den 14. 2. im Kochstudio Gläser in Hirschberg. Alle ziemlich pünktlich und arbeitsfroh, Weinflaschen, Lebensmittel, Dekomaterial, Küchenbretter, Gewürze und noch viel mehr tragend. Herr Gläser war diesmal nicht dabei. Wir waren die Hausherren und mussten nur die richtigen Schalter finden. Die Lichter im Kochstudio gingen an, die Motoren der Luftgebläse fingen an zu surren. Wir waren wieder angekommen. Die Küche wartete auf uns.

Mit einem Glas Prosecco und belegten Kräckern erfolgte die allgemeine Begrüßung und die Vorstellung der Gäste aus dem Kochstammtisch II.

Die Aufgaben waren Wochen davor schon verteilt und so machten sich die verschiedenen Gruppen, zuständig für Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise, an die Arbeit.

Menü 14. 2. 2015

Prosecco Tenuta del Giaj DOC Bio

Vorspeisen

Räucherforelle nach Hausfrauenart von Heike.

Die Forellen kommen vom Slow-Food-Unterstützer Nagy in Dielheim.

Chardonnay Reserve Weingut Bernhard Koch Hainfeld 2013

Blumenkohl-Kartoffel-Suppe von Piero

Hauptgang

Schwarze Spaghetti mit Scampi von Dagmar, Susanne, Marie und Achim

Sepia-Baguette vom Bäcker Kapp

Soave Classico Superiore Ca’ Rugate DOC Monte Fiorentine 2011

Nachspeise

Panna Cotta mit weißer Schokolade und drei Früchten von Susanne

Montbazilliac Michel Lambert Domaine de Montlong 2013

Die Räucherforellen vom Slow-Food-Unterstützer Nagy waren sehr frisch und aromatisch. Eine Köstlichkeit. Danach folgte die Suppe mit orientalischen Düften. Und dann machten sich Dagmar und Susanne an das Highlight des Abends: frische selbstgemachte schwarze Spaghetti mit Sepia aus dem Tintenfisch. Schwierig zu machen, aber nach einigen Anlaufschwierigkeiten sehr lohnenswert! Eine Panna Cotta mit weißer Schokolade und eingelegten Früchten war die Krönung des Abends.                        Die Weine waren allesamt köstlich und bestens zu den jeweiligen Gerichten passend.

Erneut ein durchaus gelungener Abend.

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Die Kings of Kallstadt am 21.11.2014 im Olympia-Kino in Leutershausen

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Ich weiß‘ es ja schon seit Längerem: das kleine Olympia-Kino in Leutershausen verdient viel mehr Beachtung; nicht erst, seit wir im September dort die Slowfood-Story mit begleitenden gastronomischen Leckereien genossen haben.

Jetzt stand wieder so ein Event bevor: geboten wurde „Kings of Kallstadt“, angekündigt als „Film & Pfälzer Teller“. Das kleine Kino mit seinen nur 130 Plätzen war komplett ausgebucht. Renate Keppler-Götz vom Vorstand des Förderkreises fand launige Worte für die Einführung in den bevorstehenden Abend – natürlich passend auf Original „Pälzisch“ – und stellte Viola Keller, Metzgers-Tochter aus Schriesheim, vor, die für den Pfälzer Teller gesorgt hatte: Kartoffelsalat und Saumagen – beides schmackhaft zubereitet und nachhaltig auf weißem Porzellan angerichtet – wurden vor dem Film ausgegeben; dazu wurden ein extra für den Abend aus Kallstadt „importierter“ Riesling und alternativ ein Rotwein-Cuvee mit dem vielversprechenden Namen „Adonis“ angeboten. Als Tischmusik spielten, per CD eingespielt, „Die anonyme Giddarischde“ pfälzische Stimmungslieder. Offenbar hatte eine nicht ganz kleine Gruppe Pfälzer den Weg ins Kino in der Kurpfalz gefunden, denn bei dem Titel „Lewwawoscht“ sangen die mittleren Reihen, zumindest sofern es die parallele Nahrungsaufnahme einigermaßen gesittet zuließ, lauthals und schunkelnd den Refrain mit – man fühlte sich wie auf einem der legendären Pfälzer Weinfeste. Auch wenn meine norddeutsche Sitznachbarin – oder gerade deswegen ? – ob des etwas derben Liedtextes eher indigniert zu sein schien….

Nach dieser gelungenen Einstimmung begann der Film: die junge Kallstadterin Simone Wendel zeichnet ein Porträt ihrer kleinen Heimatgemeinde – ein „Dokumentarfilm über Dorfliebe und Größenwahn“ heißt es im Untertitel. In launigen Worten und stimmungsvollen Bildern werden die Dorfbewohner, das Vereinsleben (1.600 Vereinsmitglieder bei 1.200 Einwohnern !), der Alltag zwischen Weinberg, Küche, Garten, Theaterprobe, Gymnastikkurs, Feuerwehrübung… vorgestellt. Viele Nachbarn werden liebevoll porträtiert und kommen immer wieder zu Wort, dürfen ihre Familienalben und –Anekdoten hervorkramen, denn: zumindest zwei weltweit bekannte Namen haben ihre Vorfahren in diesem kleinen Dorf: die Trumps (der Immobilien-Tycoon) und die Heinz‘ (die mit dem Ketchup). Deren Geschichte wird nachgespürt und bis in die Staaten weiterverfolgt bis zur 55. Steubenparade in New York, zu der eine ansehnliche Kallstadter Delegation eingeladen wird….

Der Film ist eine liebevolle Darstellung der Bewohner Kallstadts, die sich vor der Kamera spontan und ungekünstelt äußern und aus ihrem Alltag, aus ihren Erinnerungen, von Ihren Ideen und Vorstellungen erzählen. Manche Kommentare erzeugen laute Lacher im Publikum, aber es ist kein Auslachen, sondern die Freude an der ehrlichen direkten Rede auf Ur-Pfälzisch, die so manches Mal eine Situationskomik nicht verhindern kann. Kleiner Kunstgriff der Filmemacher: nicht nur die (eigentlich gut im Original verständlichen) Interviews mit den „bedeutenden“ Nachfahren in Amerika werden per Untertitel vom Englischen ins Deutsche übersetzt, sondern partiell auch das Pfälzische ins Hochdeutsche ! Wirklich eine lustige Idee und immer wieder überraschend, wie umschreibend manche pfälzische Lautäußerungen im Schriftdeutschen beschrieben werden müssen, ohne doch exakt das Gesagte genau abzubilden…

Ich habe diesen Abend sehr genossen ! Lange schon nicht mehr einen so launigen und gut gezeichneten „Heimatfilm“ gesehen – ohne jedwede Herabwürdigung oder Häme gegenüber den „Ureinwohnern“, im Gegenteil: sehr sympathisch und liebevoll und absolut kurzweilig. Das Publikum dankte mit anhaltendem Beifall und ich stelle wieder mal fest: Kallstadt liegt doch für uns nicht aus der Welt, man sollte mal wieder hinfahren. Und weiterhin: das Programm des Olympia-Kinos sollte man einfach stets im Auge behalten (www.olympia-leutershausen.de) Ein Beitrag von Peter M. Ahlf

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Kochstammtisch beim Convivium Rhein-Neckar aus der Taufe gehoben

Viele Wochen haben wir geplant, überlegt, nach geeigneten Küchen für unser Vorhaben gesucht, uns Gedanken um Menüfolgen gemacht usw., usf. Am 25.10. war es dann endlich soweit: zehn erwartungsfrohe Köche/Köchinnen trafen sich am frühen Samstagabend im Kochstudio der Fa. Gläser-Küchen&Granit in Hirschberg zum gemeinsamen Schnippeln, Kochen und Speisen. Die vorher abgestimmte Aufgabe war die Herstellung eines 3-Gang-Menüs. Dazu wurden 3 Kochgruppen gebildet, die sich jeweils um eine der vorgesehenen Speisenfolgen nebst passendem Wein verdient machen wollten. Die Zutaten waren im Vorfeld besorgt worden – natürlich nach den Maßstäben von Slowfood: gut, sauber und fair.
Im freundlichen Ambiente des Kochstudios wurden wir von Frau Gläser herzlich empfangen und mit den Gegebenheiten vertraut gemacht: Induktionsherd, Töpfe, Pfannen usw. Wir fühlten uns schnell zuhause, insbesondere nachdem wir uns bei einem Glas Prosecco gegenseitig zunächst einmal persönlich vorgestellt hatten – bisher kannten wir uns nämlich überwiegend lediglich aus den e-mail-Kontakten der Vorbereitungsphase oder allenfalls vom Sehen auf gelegentlichen Slowfood-Veranstaltungen….
Dann aber ging es in Gruppen beschwingt an die Arbeit. Die Vorgabe für die Gruppen ergab sich aus der Menüfolge und so war jeder zielgerichtet beschäftigt mit Hacken, Schneiden, Putzen, Pellen, Waschen, Braten, Abschmecken, Tisch decken und dekorieren – was eben so alles zu einem netten Essen in angenehmer Atmosphäre dazugehört.
Am Ende saßen alle zusammen am schön dekorierten Tisch und genossen den Lohn der Mühe:
Menü

Herbstliche Blattsalate mit Pfifferlingstörtchen
Leutershausener Staudenberg
Kürbissuppe
Geschmorte Kaninchenkeule mit Kartoffeln und dicken Bohnen
Primitivo Perrini
Apfel-Tarte-Tatin mit Weinschaumsauce
Feder Stahl – Cuvée Sommer trocken

Es war ein heiterer Abend, der allen Teilnehmern viel Spaß gemacht hat. Einhellige Meinung: es ist einfach schön, in gemeinsamer Runde ein Abendessen mit tollen Lebensmitteln gemeinsam zuzubereiten und in großer geselliger Runde unter Begleitung exzellenter Weine zu genießen. Der Abend machte Lust auf mehr – daher wurde der nächste Kochstammtisch bereits für den 06. Dezember vereinbart.
Neugierig oder hungrig geworden?? Wollen auch Sie mal dabei sein?
Wir haben die Vorstellung, eine Gruppengröße von 10-12 Teilnehmern nicht zu überschreiten. Sonst wird’s zu unübersichtlich und auch die räumlichen Gegebenheiten geraten leicht an die Kapazitätsgrenze. Aber wir haben bereits mehr Anmeldungen und nehmen gern weitere entgegen. Darum planen wir bereits die Einrichtung einer 2. Kochstammtisch-Gruppe. Diese Stammtische sollen sich etwa alle 4-6 Wochen nach Vereinbarung zusammenfinden. Die erforderlichen Zutaten werden vorher nach Absprache eingekauft und die Kosten anschließend auf alle Teilnehmer umgelegt (beim beschriebenen 1. Kochstammtisch übrigens haben wir lukullisch gegessen und getrunken für ca. 25 € pro Teilnehmer). Wenn Sie dabei sein wollen, bitte anmelden bei Piero Ravera (p-ravera@t-online.de)

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Alle Fotos von Klaus Fleischmann

Rezept Pfifferlingstörtchen

250 g geputzte Pfifferlinge

150 g Steinpilze

25 g Steinpilzbutter

1 Bd. Lauchzwiebeln

220 g backfertiger Blätterteig

1 Ei

1 Msp. Muskat

200 g süße Sahne

200 g geriebener Käse (Comté, Greyerzer o.ä..)

1 EL gehackte glatte Petersilie

Salz, schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

4 kleine Tarteförmchen mit Butter ausfetten. Mit einem Ausstecher den Boden für dieTarteförmchen aus dem Blätterteig ausstechen, aus dem Rest Streifen herausschneiden, um den Rand zu formen.

Steinpilze und Lauchzwiebeln klein schneiden, mit den Pfifferlingen zusammen in der Steinpilzbutter braten, salzen und pfeffern. Auf die Tarteformen verteilen.

Sahne mit Ei, Muskatnuss, der Petersilie und dem geriebenen Käse vermengen und über die Pilzmischung gießen.

Bei 180 Grad ca. 30 Minuten im Backofen backen, bis die Tartes braun sind. Die Törtchen vorsichtig aus den Formen herausschieben und auf Tellern anrichten.

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Der Slowfood-Genussführer ist da !!!

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Auf der diesjährigen Internationalen Buchmesse in Frankfurt wurde er Anfang Oktober vorgestellt: der Slowfood-Genussführer 2015. Über 400 Adressen in ganz Deutschland, bei denen man nach dem Motto „gut, sauber, fair“ arbeitet, sind aufgeführt und bieten sich in jeweils ganzseitiger Kurzbeschreibung als Anlaufpunkt für ein besonderes kulinarisches Erlebnis an: nicht Sterneküche, sondern regionales Kochhandwerk mit strikt handwerklicher Zubereitung ohne Genussverstärker, Convenience-Produkte oder Helfer aus der Laborküche und freundlich-gastliche Atmosphäre waren gefragt, wurden gefunden, anonym getestet und hier in diesem Genussführer zusammengestellt. Auch fünf Einträge aus dem Rhein-Neckar-Raum sind jetzt dabei.

Alle diese 5 Gasthäuser wurden in den vergangenen Oktoberwochen nochmals von einigen unserer Slowfood-Tester besucht. Erfreuliche Pflicht: die Übergabe der Genussführer-Urkunde 2015 an die Wirte im Rahmen eines gemütlichen (und leckeren) Abendessens. Diese Urkunde und auch der begleitende Slowfood-Aufkleber mit dem Schneckensymbol für die Eingangstür weisen nun optisch allen Interessierten den Weg zu kulinarischen Freuden.

Einige Wirte konnten – schon wenige Tage nach Veröffentlichung des Genussführers – berichten, dass sie Besucher auch von außerhalb der Region begrüßen durften, die mit Hinweis auf Slowfood ihr Haus gezielt für eine Einkehr gewählt hatten. Welch schöner Erfolg!

Die 5 Adressen aus unserer Region sind:

  • Restaurant Rössl in Neckargemünd-Waldhilsbach, Heidelberger Str. 15
  • Weinrestaurant Traube in Heidelberg-Rohrbach, Rathausstr. 75
  • Restaurant Die Zwiwwel in Ladenburg, Kirchenstr. 24
  • Weinstube Jägerlust in Leimen, Rohrbacherstr. 101
  • Restaurant Heitlinger in Östringen-Tiefenbach, Am Mühlberg 1-3

Wir gratulieren den Wirten und wünschen ihnen allen weiterhin viel Freude und Erfolg bei ihrem Genusshandwerk !

Und wir vom Convivium Rhein-Neckar ? Wir machen weiter mit unserer Suche nach den „Guten“ in unserer Region. Gern wollen wir weitere Adressen auftun, testen und für den nächsten Genussführer evaluieren. Wir freuen uns über Hinweise auf versteckte „Schätzchen“ und auch über interessierte Mittester. Meldungen jederzeit an Peter M. Ahlf (ahlf-schriesheim@t-online.de)

Den Slowfood-Genussführer 2015 aus dem oekom-Verlag gibt‘s im Buchhandel zum Preis von 19,95€. Wäre das nicht auch ein nettes Weihnachtsgeschenk ?!

Die Slowfood-Genussführerurkunde 2015 wurde an die 5 Wirte unserer Region Rhein-Neckar übergeben.

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Hier – stellvertretend abgebildet – an Artus Zeller von der Traube in Heidelberg-Rohrbach.

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Besuch in der Käsemanufaktur Lothar Müller in Hockenheim

Am 16. Oktober war es wieder mal soweit: 15 Interessierte fanden sich bei Lothar Müller in Hockenheim zur Kulinarischen Käsereiführung durch seine Käsemanufaktur mit anschließender ausführlicher Probierrunde ein.

Vorbelastet durch das Elternhaus – seine Mutter führte 50 Jahre einen Käseladen in Hockenheim – und verärgert über das zunehmende Angebot industriell gefertigter Käse mit garantiertem Einheitsgeschmack gab Müller vor etwa 20 Jahren seinen sicheren Job auf und begann, selbst Käse nach seinen Qualitätsvorstellungen zu produzieren. Seine Prämisse war die Sicherung seiner Qualitätsansprüche im gesamten Produktionsprozess beginnend mit der ausschließlichen Verwendung „sauberer“ Ausgangsstoffe von vertrauenswürdigen Lieferanten aus der unmittelbaren Region, konsequent handwerklichem Käsereihandwerk ohne irgendwelche „Helferlein“, die in industrieller Produktion heute nicht mehr wegzudenken sind und bewusst regionaler Vermarktung seiner Produkte in der näheren Umgebung.

Heute „arbeiten“ etwa 300 Kühe für ihn bei wenigen Vertragsbauern im nahen Umkreis, die konsequent auf offene Weidehaltung anstelle von Stallhaltung, Kraftfütterung und Melkautomaten setzen. Deren Milch wird in 600l-Gebinden angeliefert und „sortenrein“ schonend handwerklich zu insgesamt 20 verschiedenen Sorten Käse weiterverarbeitet. Ausbeute: etwa 45 kg Käse pro Gebinde. Maximal verarbeitet Müller 1.200l Milch pro Tag; mehr will und kann er nicht erzeugen, wenn er seinen Ansprüchen treu bleiben will.

Die konsequent handwerkliche Bearbeitung und der Verzicht auf maschinelle Unterstützung erfordern selbstredend profunde Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit dem Rohstoff Milch, erlauben aber gerade dadurch das Eingehen und Reagieren auf z.B. etwa unterschiedliche Fettgehalte der Milch, damit am Ende stets ein hervorragender Käse in bester Bio-Qualität entsteht.

Sein Einsatz hat sich gelohnt: seine Produkte sind geschätzt und gefragt. Ihm wurde vom Gastronomieverband der Ehrentitel „pope of cheese“ verliehen und der „Feinschmecker“ ernannte ihn zum „besten Käseproduzenten“ Deutschlands.

Die Betriebsführung war für alle Teilnehmer außerordentlich interessant, konnte doch der Käsereivorgang direkt vor Ort erlebbar dargestellt und durch die profunden Erläuterungen des Käsepapstes nachvollzogen werden. Vielfältig waren die Fragestellungen, anschaulich die Erklärungen, interessant und schmackhaft aber war vor allem das sich anschließende Probieren. Lothar Müller bot eine üppige Auswahl seiner verschiedenen Käsesorten an. Nach über 3 Stunden endete der Besuch mit der Erkenntnis, dass, wenn man tollen Käse haben möchte, man sich die Adresse von Käseladen und Käsemanufaktur Müller (Rathausstraße 36 in Hockenheim; www.kaesemanufaktur.de ) merken muss.

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Erzeugerbesuch in der Heidelberger Senfmühle

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Am 25.08.2014 besuchten wir die Heidelberger Senfmühle in Heidelberg – Kirchheim.

Der Besitzer und Genußhandwerker Matthias Keitemeier erzählte uns zunächst seine Geschichte. Bei einem Grillabend auf der Neckarwiese wurde die Idee geboren, Heidelberger Senf herzustellen. Dem gebürtigen Monschauer wurde der Senf sozusagen „in die Wiege gelegt“.

Bei seinen Recherchen über Senf in Heidelberg, stieß er auf die Firma Reisig, die von 1863 bis Anfang der 1960er Jahre in der Fahrtgasse Senf hergestellt hat. Die Firma hatte zeitweise bis zu 100 Mitarbeiter!

Diese Tatsache war Ansporn genug, eine Senfmühle in Heidelberg zu gründen.

Seit April 2014 werden in Heidelberg-Kirchheim 8 verschiedene Senfsorten in Bio-Qualität hergestellt.

In der Granitsteinmühle gemahlen, werden die verschiedenen Senfkörner mit verschiedenen Gewürzen versehen, um dann nach einer mehrwöchigen Reifezeit, in den Verkauf zu gelangen.

Wir hatten einen lehrreichen, spannenden Abend und durften sogar mehrere Senfe und eine selbstgemachte Kräuter-Senfbutter probieren!

Wo man den Senf kaufen kann?

Besuchen Sie die Website: http://www.heidelbergersenf.de/vertrie

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Die Slow Food Story im Olympia-Kino in Leutershausen

Foto: ©Lisa Wieser

Lang erwartet wurde es am 14. September endlich realisiert: das bei Kinofreunden in weiterem Umkreis bekannte und für seine stets interessante Programmgestaltung (Schlemmer-Kino, Musikveranstaltungen, open air-Kino, Musik&Wein….) geschätzte Programmkino Olympia in Leutershausen führte, vom Slow Food Convivium Rhein-Neckar und dem Restaurant Bistronauten aus Leutershausen unterstützt, eine Matinée am Sonntagmittag durch: geboten wurde der Film Die Slow Food Story mit anschließender Verkostung regionaler Köstlichkeiten, die den Slow Food Kriterien „gut, sauber, fair“ entsprachen.

Vor ausverkauftem Haus wurde zunächst der Film vorgeführt: anläßlich des 25jährigen Bestehens von Slow Food ging es, an der Person des Slow Food Gründers und internationalen Präsidenten Carlo Petrini festgemacht, um die Entstehung, den Aufbau und die vielfältigen Betätigungsfelder von Slow Food. In vielen sympathischen Bildsequenzen aus den 50ern bis heute wurde die persönliche Entwicklung Carlo Petrinis und seiner Mitstreiter nachgezeichnet und der Weg vom politischen Aktivisten und Kommunalpolitiker, über seine Zeitungs- und Rundfunkaktivitäten, über die Arbeit bei ArciGola zu Slowfood nachgezeichnet. Entstanden ist ein launiges, in weiten Strecken humoriges Bild eines wirklichen Genießers und seiner Bemühungen, die Bedingungen und Voraussetzungen für sinnliche Genüsse und den verantwortlichen Umgang mit Lebensmitteln zu definieren und praktisch zu unterstützen. Herausgekommen ist die mittlerweile in 150 Ländern vertretene Slow Food Bewegung mit 100.000 Mitgliedern.

Nach all den sinnenfrohen Bildern genießender Menschen, von Tafelrunden mit fröhlichen Zechern war nach dem Film – grau ist alle Theorie – der Praxisteil geboten: die Bistronauten aus Leutershausen (www.bistronauten.de) hatten einen Teller regionaler Spezialitäten zusammengestellt:

  • Terra Madre-Brot vom Kultbäcker Kapp aus Edingen
  • vom Käsepapst Müller aus Hockenheim den „Hockenheimer Weißen“, einen brieartigen Rohmilchkäse und einen leicht gereiften Bierkäse
  • vom Nusslocher Ziegenkäsehof einen gereiften Ziegenkäse, zu dem die Bistronauten ein Sellerie-Chutney paarten
  • von der Metzgerei Schmitt aus Rippenweier wurde Schinkenspeck gereicht mit einem Klecks Zwiebelmarmelade
  • die Bistronauten steuerten noch ein Tomatenmousse mit Fenchel und Pumpernickel
  • und eine gebeizte Lachsforelle bei, die vom Forellenhof Spohn in Heiligkreuzsteinach stammte
  • das Weingut Teutsch aus Leutershausen steuerte einen Grau- und einen Spätburgunder bei

Unser Fazit: das war gut, sauber, fair und sehr regional – ganz im Sinne von Slow Food. Das vollbesetzte Kino war Indiz für das große Interesse am Genießen mit gutem Gewissen, an mehr und tiefergehenden Informationen und auch an unseren angekündigten nächsten Veranstaltungen, den Produzentenbesuchen bei der Senfmühle und Feinschmeckerei Heidelberg am 25.09. und der Käsemanufaktur Müller in Hockenheim am 15.10.

Und weitere Erkenntnis: man sollte stärker auf das Programm des Olympia-Kinos achten (www.olympialeutershausen.de) Neben interessanten Filmen gibt es dort z.B. ab Ende September wiederholt das bewährte (und stets schnell ausgebuchte) „Schlemmerkino“, so recht was für Film- und Genussfreunde.

Foto: ©Lisa Wieser

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Der Slow Food Genussführer Deutschland 2015

Demnächst im Handel:

Der Slow Food Genussführer Deutschland 2015

Das regionale Slow Food-Convivium Rhein-Neckar kann stolz darauf verweisen, dass in dem in Kürze erscheinenden Slow Food Genussführer Deutschland 2015 erstmals auch einige Adressen aus dem Rhein-Neckar-Raum aufgeführt sein werden. Über Monate haben Mitglieder von Slow Food ehrenamtlich und anonym Gasthäuser der Region aufgesucht, getestet und bewertet: wo sind die Häuser, die entsprechend unseren Kriterien „gut, sauber, fair“ arbeiten; wo schmeckt man gutes Kochhandwerk, wo werden frische regionale und saisonal verfügbare Zutaten verwendet, wo wird konsequent auf Geschmacksverstärker und sonstige künstliche Aroma- und Zusatzstoffe verzichtet, wo fühlten wir uns besonders wohl in angenehmem Ambiente bei freundlichem und aufmerksamem Service ? Im Ergebnis haben sich 5 Häuser der Region für einen Eintrag im neuen Slow Food Genussführer 2015 qualifiziert:

  • Restaurant Rössl in Neckargemünd-Waldhilsbach, Heidelberger Str. 15
  • Weinrestaurant Traube in Heidelberg-Rohrbach, Rathausstr. 75
  • Restaurant Die Zwiwwel in Ladenburg, Kirchenstr. 24
  • Weinstube Jägerlust in Leimen, Rohrbacherstr. 101
  • Restaurant Heitlinger in Östringen-Tiefenbach, Am Mühlberg 1-3

Wir gratulieren den Betreibern und ihren Mitarbeitern, wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei ihrem Genusshandwerk und freuen uns selbst auf angenehme Stunden in diesen Häusern. Die offizielle Genussführer-Urkunde mit dem Schneckensymbol von Slow Food, welches schon an der Gasthaustür den geschmackvollen Weg weist, wird den Wirten in Kürze überreicht werden.

Die ehrenamtlichen Tester von Slow Food legen aber jetzt ihre Hände nicht in den Schoß: die Suche nach weiteren „guten“ Restaurants geht weiter. Schon sind weitere anonyme Testbesuche terminiert; wir erwarten neue Erfolgsmeldungen und hoffen auf weitere Einträge in der nächsten Ausgabe, dem Slow Food Genussführer 2016.

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