Archiv der Kategorie: Ernährung

Kochstammtisch bei Ina

Unser letzter Kochstammtisch in diesem Jahr, hat am 4.11. bei Ina stattgefunden.

Um 18 Uhr sind wir angekommen. Wir hatten unsere meistens Slow Food kompatibel Zutaten für die Gerichte und die dazu passenden Weine in Taschen und Körben transportiert.

Motto des Abendessens war „Fisch“

Wir machten uns flott an die Arbeit, emsig und sehr konzentriert, um dann wieder alles fallen zu lassen, als das Glas mit dem Prosecco herum gereicht wurde.

Min und Uli waren für den Gruß aus der Küche zuständig: “Meeresbrise“. Dazu wurde Babyspinat gedünstet und fein abgeschmeckt. In der Zwischenzeit wurden die Jakobsmuscheln kurz angebraten und zart gewürzt. Noch leicht glasig, durften sie dann auf das Bett aus Spinat.

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© Ina Leischner

Der geschmorte Oktopus mit Kichererbsen als 1. Vorspeise war schon fix und fertig zubereitet, denn die Kochprozedur hätte sonst zu lange gedauert und musste nur kurz angewärmt werden. So machte sich Piero auf das Kochen der 2. Vorspeise, Kalmar-Pfanne mit Kapern und Auberginen, ran. Zu diesen Vorspeisen, die lauwarm serviert wurden, wurde ein angenehmer frischer Weißer Burgunder des Winzers R. Datz von der Nahe, kredenzt.

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© Ina Leischner

Zugleich waren Ina und Heide mit dem Backen der Kürbisse beschäftigt. Werner half bei den Vorbereitungen. Die kleinen entkernten Kürbisse wurden mit einem Tomaten-Sugo und Käse mit Bockshornkleesamen und Basilikum gefüllt und gebacken. Serviert  und garniert wurden die Kürbisse dann mit den in Knoblauch und vielen Gewürzen angeschmorten Garnelen im Sugo.  Köstlich.          Wir tranken dazu einen Wein vom Weingut Winter in Heidelberg-Rohrbach, eine  Grauburgunder , im Barrique gereift, der sehr gut passte.

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© Ina Leischner

Als Dessert hatten Uli & Min gratinierte Apfelscheiben vorgesehen. Als Vorbereitung wurde eine glatte Quitte im Gewürzsud separat gekocht. Die mit Zitronensaft beträufelten Apfelscheiben kamen kurz in die Pfanne. Zwischenzeitlich wurden Rosinen eingeweicht. Alles kam dann auf kleine Teller und konnte frisch serviert werden. Feine Aromen schwebten über den Tellern.

Ina hatte einen schön gedeckten und gemütlichen Tisch vorbereitet, an dem wir Platz nahmen.

Der Lohn unserer Mühe waren genussbetonte Mmmh und andere bejahende Mundgeräusche.

Die Gespräche waren interessant und lebhaft. Es wurde ein sehr angenehmer Abend.                    Danke Ina, danke Alle.

Nachdem Weihnachten und Neujahr vor uns stehen, eine Zeit des Festessens, werden wir den kommenden Termin erst Ende Februar vereinbaren. Übrigens, wenn jemand nach der Lektüre dieses kurzen Berichts Lust verspürt mitzumachen, ist sie/er herzlich eingeladen sich bei p-ravera@t-online.de anzumelden.

 

 

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Slowfood trifft Männerkochen

Slowfood trifft Männerkochen
war das Motto, unter dem Jürgen Weißbrich, angeregt durch die positiven Erfahrungen aus seiner Männerkochrunde, in das ehemalige Gasthaus Zum Goldenen Ochsen – heute Seniorenzentrum der Caritas – nach Ziegelhausen einlud. Unter Anleitung des letzten Kochs und Pächters Lothar Teichmann, der heute immer noch an seiner alten Wirkungsstätte (und auch darüber hinaus) mit und für Senioren, Kinder, Männer, Frauen…. Koch- und Backkurse anbietet, sollten Slowfoodies (nicht nur Männer) gemeinsam ein Menü vor- und zubereiten und dabei den einen oder anderen Profikniff aufgreifen. Frau Gudrun Schwöbel, Leiterin des Zentrums und selbst auch sehr interessiert und aktiv dabei, begleitete uns in die große professionell ausgestattete Küche, in der an 4 Plätzen ab 10 Uhr gewerkelt wurde, damit um 14 Uhr ein komplettes 4-Gang-Menü für die angemeldeten Gäste aufgetischt werden konnte:

Menü 20. Mai 2017

Marinierter Spargel & Rehkotelett
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Graupen-Spargelrisotto
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Pot-au-feu vom Maibock mit Frühlingsgemüse
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Rhabarber-Kompott mit luftigem Quarkschaum,
Erdbeeren und Meringen

Am Vortag war schon der erste Maibock dieses Jahres – geschossen in Wiesenbach, also quasi vor der Haustür – auf der Terrasse „aus der Decke geschlagen“ und zerlegt und aus den Knochen durch stundenlanges Auskochen eine herrlich aromatische Bouillon hergestellt worden. Somit konnten wir nun diese Bouillon durch Zugabe von Klärfleisch (gewolftes Rindfleisch, fein gewürfeltes Suppengemüse und zwei Eiweiß zu einer homogenen Masse vermengt) zu einer Consommé veredeln. Interessant, vom Fachmann die einzelnen Schritte erklärt und vorgeführt zu bekommen und vor allem: das Produkt im Entstehungsprozess immer wieder zu verkosten.

Spargelzeit: Mitten in der Saison durfte dieses königliche Gemüse natürlich nicht fehlen. Ob weiß oder grün – beide Sorten wurden verwendet. Für die Vorspeise, den Spargelsalat, wurden die Stangen nach dem Schälen längs in schmale Tagliatelle-artige Streifen geschnitten und in Orangensaft und –zesten, Olivenöl und etwas Salz und Pfeffer 2 Stunden lang mariniert. Der restliche weiße Spargel wurde stückig verwendet und mit der Rollgerste in Wein und Brühe langsam gegart; der grüne Spargel wurde in Butter gebraten und dekorativ auf dem Graupenrisotto angerichtet.

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Für den Hauptgang war das Rehfleisch (von der Oberschale) zunächst von der Silberhaut zu befreien – ein sehr scharfes Messer war dabei hilfreich – und auf bissgerechte Größe zu schneiden. Frisches Saisongemüse – junge Karotten, frische Zuckererbsen, Sellerie, Stangenbohnen, Kohlrabi und Drillingskartoffeln – waren zu putzen und zu „tournieren“. Das hatte von uns noch keiner freiwillig gemacht: Karotten und Kohlrabi zu möglichst gleich großen Rundlingen zu schneiden – das Auge isst eben mit – ganz schön (zeit-) aufwendig! Alles wurde nacheinander unserer Consommé zugegeben und gegart.

Für das Dessert wurde Rhabarber geschält, ein Vanille-Zuckerwasser aufgekocht, der in gleich große Stücke geschnittene Rhabarber dazugegeben und zum Abkühlen beiseite gestellt. Aus etwas Zucker, Milch und Quark wurde ein Quarkschaum (mit dem großen Schneebesen in lockerer Bewegung aufgeschlagen – puhh, anstrengend!) hergestellt. Alles zusammen wurde mit einigen frischen Erdbeeren danach auf dem Teller „kreativ“ angerichtet.

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Wir lagen gut in der Zeit, so dass auch die Küchencrew sich schon mal einen Weißen Burgunder von der Nahe zu Gemüte führen konnte. Das tat gut (und gehört doch beim Kochen selbstredend dazu!)

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Um 14 Uhr kamen die restlichen Slowfoodies – die, welche sich auf das Wesentliche, nämlich das Genießen, konzentrieren wollten – und nahmen an der liebevoll gedeckten langen Tafel Platz. Gang für Gang wurde nun aufgetischt und Jürgen Weißbrich ließ es sich nicht nehmen, zu jedem vorgestellten Gang weitere Weißweine aus seinem eigenen Keller beizusteuern – unterschiedliche Trauben und Cuvées aus der Pfalz, der Kurpfalz und von der Nahe, alle persönlich beim Winzer probiert und sorgfältig dem jeweiligen Gang zugepaart.

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Einig waren sich alle: das war ein gelungenes Menü, schmackhaft, vielfältig und ganz Slowfood-like: regional, saisonal und handwerklich gut gekocht. Den Gästen hat’s gemundet; den Köchen und Hobbyköchen gab die Zeit in der Küche viele Anregungen und Hinweise aus kundiger Quelle und auch dem Küchenchef Lothar Teichmann und der Chefin des Hauses, Frau Schwöbel, schien es sehr gefallen zu haben; diesen beiden gilt natürlich unser ganz besonderer Dank!!

Allen hat’s Spaß gemacht, ein gelungener Samstag – wann gibt es die 2. Runde???

Text: P.M. Ahlf, Fotos: I. Alesi

 

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Slowfood Kochseminar mit den Heidelberger Diätassistenten

Im März diesen Jahres hatten wir die Gelegenheit, in der SRH-Fachschule für Diätassistenten in Heidelberg-Wieblingen unser Slowfood-Convivium Rhein-Neckar und unsere Philosophie des „gut – sauber – fair“ vorzustellen. Etwa 25-30 Studenten aus allen drei Ausbildungsjahrgängen hörten sich unsere Vorstellungen gern an und stellten fest, dass sie in ihrer Ausbildung eigentlich genau nach unseren Slowfood-Prinzipien arbeiten: auch ihnen geht es um gesunde Ernährung, den bewussten Umgang mit Lebensmitteln mit Schwerpunkt auf regionalem und saisonalen Bezug und den Verzicht auf Zusatzstoffe und chemische Helferlein. Geboren wurde damals die Idee, auf dieser gemeinsamen Basis doch einfach einmal zusammen ein Kochevent zu veranstalten. Weiterlesen

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Die Slow Food Story im Olympia-Kino in Leutershausen

Foto: ©Lisa Wieser

Lang erwartet wurde es am 14. September endlich realisiert: das bei Kinofreunden in weiterem Umkreis bekannte und für seine stets interessante Programmgestaltung (Schlemmer-Kino, Musikveranstaltungen, open air-Kino, Musik&Wein….) geschätzte Programmkino Olympia in Leutershausen führte, vom Slow Food Convivium Rhein-Neckar und dem Restaurant Bistronauten aus Leutershausen unterstützt, eine Matinée am Sonntagmittag durch: geboten wurde der Film Die Slow Food Story mit anschließender Verkostung regionaler Köstlichkeiten, die den Slow Food Kriterien „gut, sauber, fair“ entsprachen.

Vor ausverkauftem Haus wurde zunächst der Film vorgeführt: anläßlich des 25jährigen Bestehens von Slow Food ging es, an der Person des Slow Food Gründers und internationalen Präsidenten Carlo Petrini festgemacht, um die Entstehung, den Aufbau und die vielfältigen Betätigungsfelder von Slow Food. In vielen sympathischen Bildsequenzen aus den 50ern bis heute wurde die persönliche Entwicklung Carlo Petrinis und seiner Mitstreiter nachgezeichnet und der Weg vom politischen Aktivisten und Kommunalpolitiker, über seine Zeitungs- und Rundfunkaktivitäten, über die Arbeit bei ArciGola zu Slowfood nachgezeichnet. Entstanden ist ein launiges, in weiten Strecken humoriges Bild eines wirklichen Genießers und seiner Bemühungen, die Bedingungen und Voraussetzungen für sinnliche Genüsse und den verantwortlichen Umgang mit Lebensmitteln zu definieren und praktisch zu unterstützen. Herausgekommen ist die mittlerweile in 150 Ländern vertretene Slow Food Bewegung mit 100.000 Mitgliedern.

Nach all den sinnenfrohen Bildern genießender Menschen, von Tafelrunden mit fröhlichen Zechern war nach dem Film – grau ist alle Theorie – der Praxisteil geboten: die Bistronauten aus Leutershausen (www.bistronauten.de) hatten einen Teller regionaler Spezialitäten zusammengestellt:

  • Terra Madre-Brot vom Kultbäcker Kapp aus Edingen
  • vom Käsepapst Müller aus Hockenheim den „Hockenheimer Weißen“, einen brieartigen Rohmilchkäse und einen leicht gereiften Bierkäse
  • vom Nusslocher Ziegenkäsehof einen gereiften Ziegenkäse, zu dem die Bistronauten ein Sellerie-Chutney paarten
  • von der Metzgerei Schmitt aus Rippenweier wurde Schinkenspeck gereicht mit einem Klecks Zwiebelmarmelade
  • die Bistronauten steuerten noch ein Tomatenmousse mit Fenchel und Pumpernickel
  • und eine gebeizte Lachsforelle bei, die vom Forellenhof Spohn in Heiligkreuzsteinach stammte
  • das Weingut Teutsch aus Leutershausen steuerte einen Grau- und einen Spätburgunder bei

Unser Fazit: das war gut, sauber, fair und sehr regional – ganz im Sinne von Slow Food. Das vollbesetzte Kino war Indiz für das große Interesse am Genießen mit gutem Gewissen, an mehr und tiefergehenden Informationen und auch an unseren angekündigten nächsten Veranstaltungen, den Produzentenbesuchen bei der Senfmühle und Feinschmeckerei Heidelberg am 25.09. und der Käsemanufaktur Müller in Hockenheim am 15.10.

Und weitere Erkenntnis: man sollte stärker auf das Programm des Olympia-Kinos achten (www.olympialeutershausen.de) Neben interessanten Filmen gibt es dort z.B. ab Ende September wiederholt das bewährte (und stets schnell ausgebuchte) „Schlemmerkino“, so recht was für Film- und Genussfreunde.

Foto: ©Lisa Wieser

Foto: ©Lisa Wieser

Foto: ©Lisa Wieser

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Das Geld, das Geld, das liebe Geld… oder: die kulinarische Verantwortung von Politikern

Also, da schlägt man im morgendlichen „es-ist-zu-früh-für-mich-Trott“ die Zeitung auf und blättert… Ich gestehe: Zu bestimmten Uhrzeiten bin ich noch nicht so wirklich aufnahmefähig. Ich blättere also und kippe meinen Milchkaffee runter in der Hoffnung, dass das Koffein bald wirkt.

Aber neulich. ZACK! Hellwach. Schon nach dem ersten Schluck. Und warum? Nein, kein Interview mit Petrini, kein Artikel über regionale Erzeuger, keine Erklärung: „Was ist Slowfood?“ Da steht doch so ein wunderbarer Artikel in der Zeitung, dass ich mich frage, über wieviel Hirn so manche Politiker überhaupt noch verfügen. Weiterlesen

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Der „Restaurant-Day“ am Samstag 18. Mai 2013: Eine Art weltweiter Soulkitchen-Flashmob?

Nach den „Diner en blanc“ und den „Grand Foodings“ nunmehr aus Finland der „Restaurant-Day“?

Also ich habe vor ein paar Monaten das erste Mal davon gehört und dachte: „Hä? Was soll das sein?“

Eine Freundin hat es mir dann erklärt: Jeder der Lust+Zeit+Muße hat, kann an einem bestimmten Tag (der von den Machern von http://www.restaurantday.org/ festgelegt wird – der nächste Termin am 18.05.2013) etwas kochen und dafür seine Wohnung oder Garten zur Verfügung stellen – oder auch im Park seine kulinarischen Eigenkreationen anbieten und zum Selbstkostenpreis verkaufen.

Dabei ist wohl kuliniarsch alles geboten, was man sich vorstellen kann:

In Darmstadt eröffnete im Februar eine WG wohl das Lokal: „WTF“ (Nein, das ist keine Abkürzung für „what the fu..“)  sondern für „Waffeln Terrinen und Forellen“. Anmelden konnten sich bis zu 20 Leute, die dann alles aufessen durften

Tagesspiegel, Die Zeit, Essen und Trinken, Deutschlandradio und Echo Darmstadt haben darüber schon berichtet.

Als Juristin ploppen bei mir gedanklich ein paar Fragezeichen oder die „German Angst“ auf:

Hygienevorschriften, Gewerbeaufsichtsamt, Finanzamt, deutsche Bürokratie, geht das denn?

Ach egal. Ich hadere noch mit mir selbst, ob ich an dem Tag auch mitmachen soll, da sich in unserem Umfeld ein einziges NICHTS auf der Landkarte befindet….. Wer will, wer will, wer hat noch nicht?

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Schluss mit der Geschmacklosigkeit!

„Wir essen zu billig und denken zu wenig über unser Essen nach. Das ist der eigentliche, der permanente Lebensmittelskandal.“  Vor einem Jahr veröffentlichte die FAZ einen Aufschrei am Rande der Verzweiflung, der zwar provokant ist, aber den Kern trifft. Und lesenswert ist er allemal, auch ein Jahr danach:

→ FAZ Artikel – Die Ernährung der Deutschen

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