Archiv des Autors: kleegarten

Kochstammtisch bei Ina

Unser letzter Kochstammtisch in diesem Jahr, hat am 4.11. bei Ina stattgefunden.

Um 18 Uhr sind wir angekommen. Wir hatten unsere meistens Slow Food kompatibel Zutaten für die Gerichte und die dazu passenden Weine in Taschen und Körben transportiert.

Motto des Abendessens war „Fisch“

Wir machten uns flott an die Arbeit, emsig und sehr konzentriert, um dann wieder alles fallen zu lassen, als das Glas mit dem Prosecco herum gereicht wurde.

Min und Uli waren für den Gruß aus der Küche zuständig: “Meeresbrise“. Dazu wurde Babyspinat gedünstet und fein abgeschmeckt. In der Zwischenzeit wurden die Jakobsmuscheln kurz angebraten und zart gewürzt. Noch leicht glasig, durften sie dann auf das Bett aus Spinat.

IMG-20171104-WA0035

© Ina Leischner

Der geschmorte Oktopus mit Kichererbsen als 1. Vorspeise war schon fix und fertig zubereitet, denn die Kochprozedur hätte sonst zu lange gedauert und musste nur kurz angewärmt werden. So machte sich Piero auf das Kochen der 2. Vorspeise, Kalmar-Pfanne mit Kapern und Auberginen, ran. Zu diesen Vorspeisen, die lauwarm serviert wurden, wurde ein angenehmer frischer Weißer Burgunder des Winzers R. Datz von der Nahe, kredenzt.

IMG-20171104-WA0038

© Ina Leischner

Zugleich waren Ina und Heide mit dem Backen der Kürbisse beschäftigt. Werner half bei den Vorbereitungen. Die kleinen entkernten Kürbisse wurden mit einem Tomaten-Sugo und Käse mit Bockshornkleesamen und Basilikum gefüllt und gebacken. Serviert  und garniert wurden die Kürbisse dann mit den in Knoblauch und vielen Gewürzen angeschmorten Garnelen im Sugo.  Köstlich.          Wir tranken dazu einen Wein vom Weingut Winter in Heidelberg-Rohrbach, eine  Grauburgunder , im Barrique gereift, der sehr gut passte.

IMG-20171104-WA0040

© Ina Leischner

Als Dessert hatten Uli & Min gratinierte Apfelscheiben vorgesehen. Als Vorbereitung wurde eine glatte Quitte im Gewürzsud separat gekocht. Die mit Zitronensaft beträufelten Apfelscheiben kamen kurz in die Pfanne. Zwischenzeitlich wurden Rosinen eingeweicht. Alles kam dann auf kleine Teller und konnte frisch serviert werden. Feine Aromen schwebten über den Tellern.

Ina hatte einen schön gedeckten und gemütlichen Tisch vorbereitet, an dem wir Platz nahmen.

Der Lohn unserer Mühe waren genussbetonte Mmmh und andere bejahende Mundgeräusche.

Die Gespräche waren interessant und lebhaft. Es wurde ein sehr angenehmer Abend.                    Danke Ina, danke Alle.

Nachdem Weihnachten und Neujahr vor uns stehen, eine Zeit des Festessens, werden wir den kommenden Termin erst Ende Februar vereinbaren. Übrigens, wenn jemand nach der Lektüre dieses kurzen Berichts Lust verspürt mitzumachen, ist sie/er herzlich eingeladen sich bei p-ravera@t-online.de anzumelden.

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Ernährung, Gemeinsam Kochen, In eigener Sache, Kulinarisches

Slowfood trifft Männerkochen

Slowfood trifft Männerkochen
war das Motto, unter dem Jürgen Weißbrich, angeregt durch die positiven Erfahrungen aus seiner Männerkochrunde, in das ehemalige Gasthaus Zum Goldenen Ochsen – heute Seniorenzentrum der Caritas – nach Ziegelhausen einlud. Unter Anleitung des letzten Kochs und Pächters Lothar Teichmann, der heute immer noch an seiner alten Wirkungsstätte (und auch darüber hinaus) mit und für Senioren, Kinder, Männer, Frauen…. Koch- und Backkurse anbietet, sollten Slowfoodies (nicht nur Männer) gemeinsam ein Menü vor- und zubereiten und dabei den einen oder anderen Profikniff aufgreifen. Frau Gudrun Schwöbel, Leiterin des Zentrums und selbst auch sehr interessiert und aktiv dabei, begleitete uns in die große professionell ausgestattete Küche, in der an 4 Plätzen ab 10 Uhr gewerkelt wurde, damit um 14 Uhr ein komplettes 4-Gang-Menü für die angemeldeten Gäste aufgetischt werden konnte:

Menü 20. Mai 2017

Marinierter Spargel & Rehkotelett
~
Graupen-Spargelrisotto
~
Pot-au-feu vom Maibock mit Frühlingsgemüse
~
Rhabarber-Kompott mit luftigem Quarkschaum,
Erdbeeren und Meringen

Am Vortag war schon der erste Maibock dieses Jahres – geschossen in Wiesenbach, also quasi vor der Haustür – auf der Terrasse „aus der Decke geschlagen“ und zerlegt und aus den Knochen durch stundenlanges Auskochen eine herrlich aromatische Bouillon hergestellt worden. Somit konnten wir nun diese Bouillon durch Zugabe von Klärfleisch (gewolftes Rindfleisch, fein gewürfeltes Suppengemüse und zwei Eiweiß zu einer homogenen Masse vermengt) zu einer Consommé veredeln. Interessant, vom Fachmann die einzelnen Schritte erklärt und vorgeführt zu bekommen und vor allem: das Produkt im Entstehungsprozess immer wieder zu verkosten.

Spargelzeit: Mitten in der Saison durfte dieses königliche Gemüse natürlich nicht fehlen. Ob weiß oder grün – beide Sorten wurden verwendet. Für die Vorspeise, den Spargelsalat, wurden die Stangen nach dem Schälen längs in schmale Tagliatelle-artige Streifen geschnitten und in Orangensaft und –zesten, Olivenöl und etwas Salz und Pfeffer 2 Stunden lang mariniert. Der restliche weiße Spargel wurde stückig verwendet und mit der Rollgerste in Wein und Brühe langsam gegart; der grüne Spargel wurde in Butter gebraten und dekorativ auf dem Graupenrisotto angerichtet.

img-20170520-wa0012.jpg

Für den Hauptgang war das Rehfleisch (von der Oberschale) zunächst von der Silberhaut zu befreien – ein sehr scharfes Messer war dabei hilfreich – und auf bissgerechte Größe zu schneiden. Frisches Saisongemüse – junge Karotten, frische Zuckererbsen, Sellerie, Stangenbohnen, Kohlrabi und Drillingskartoffeln – waren zu putzen und zu „tournieren“. Das hatte von uns noch keiner freiwillig gemacht: Karotten und Kohlrabi zu möglichst gleich großen Rundlingen zu schneiden – das Auge isst eben mit – ganz schön (zeit-) aufwendig! Alles wurde nacheinander unserer Consommé zugegeben und gegart.

Für das Dessert wurde Rhabarber geschält, ein Vanille-Zuckerwasser aufgekocht, der in gleich große Stücke geschnittene Rhabarber dazugegeben und zum Abkühlen beiseite gestellt. Aus etwas Zucker, Milch und Quark wurde ein Quarkschaum (mit dem großen Schneebesen in lockerer Bewegung aufgeschlagen – puhh, anstrengend!) hergestellt. Alles zusammen wurde mit einigen frischen Erdbeeren danach auf dem Teller „kreativ“ angerichtet.

IMG-20170520-WA0008

Wir lagen gut in der Zeit, so dass auch die Küchencrew sich schon mal einen Weißen Burgunder von der Nahe zu Gemüte führen konnte. Das tat gut (und gehört doch beim Kochen selbstredend dazu!)

IMG-20170520-WA0034

Um 14 Uhr kamen die restlichen Slowfoodies – die, welche sich auf das Wesentliche, nämlich das Genießen, konzentrieren wollten – und nahmen an der liebevoll gedeckten langen Tafel Platz. Gang für Gang wurde nun aufgetischt und Jürgen Weißbrich ließ es sich nicht nehmen, zu jedem vorgestellten Gang weitere Weißweine aus seinem eigenen Keller beizusteuern – unterschiedliche Trauben und Cuvées aus der Pfalz, der Kurpfalz und von der Nahe, alle persönlich beim Winzer probiert und sorgfältig dem jeweiligen Gang zugepaart.

img-20170520-wa0026.jpg

Einig waren sich alle: das war ein gelungenes Menü, schmackhaft, vielfältig und ganz Slowfood-like: regional, saisonal und handwerklich gut gekocht. Den Gästen hat’s gemundet; den Köchen und Hobbyköchen gab die Zeit in der Küche viele Anregungen und Hinweise aus kundiger Quelle und auch dem Küchenchef Lothar Teichmann und der Chefin des Hauses, Frau Schwöbel, schien es sehr gefallen zu haben; diesen beiden gilt natürlich unser ganz besonderer Dank!!

Allen hat’s Spaß gemacht, ein gelungener Samstag – wann gibt es die 2. Runde???

Text: P.M. Ahlf, Fotos: I. Alesi

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Ernährung, Gemeinsam Kochen, In eigener Sache, Kulinarisches, Wein

Slow Food Kochstammtisch im September

stammtisch-ii-asia

Foto: ©U. Ringwald

„Hast Du heute schon gegessen?“. So wird in China gegrüßt, wenn zwei Freunde sich auf der Straße treffen. Diese Anrede zeigt wie wichtig für die Chinesen das Essen ist. Für die Traditionelle Chinesische Medizin ist darüber hinaus das Essen Medizin und das seit über 3000 Jahren. Dieses und noch mehr haben wir am 4. 9. gelernt, als der Kochstammtisch wieder zusammen kam. Diesmal war das Motto „Chinesische Küche“. Federführend für die Organisation und die Auswahl der Gerichte war ein engagiertes Deutsch-Chinesischen Feinschmeckerpaar.
Es gab eine Auswahl von Gerichten, die die Vielfalt der Chinesischen Küche abbildete. Allerlei Schmankerl mit süß-sauer, scharfem oder eher mildem Geschmackcharakter aus verschiedenen Kantonen.
Das Abendessen bestand aus mehreren Gängen, die alle frisch in der privaten Küche eines Teilnehmers gekocht wurden. Die Lebensmittel, die verwendet wurden waren z. T. nach dem Glaubensatz von Slow Food „Gut, sauber und fair“ ausgesucht worden. Zum Trinken gab es Tee, Wasser und Wein.
Ein sehr leckeres Rezept finden Sie hier: Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gemeinsam Kochen, In eigener Sache, Kulinarisches

4. Tafelrunde im Wersauer Hof

Am Freitag, den 1. Juli 2016, fand im Wersauer Hof in Reilingen bei Walldorf die 4. Ausgabe der Tafelrunde des Slow Food-Conviviums Rhein-Neckar statt. Jochen Bohlig hatte wieder einen ganz besonderen Ort ausgesucht – ein Hofgut, dessen Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. In dieser Idylle betreibt unser Mitglied, die Familie Hoffmann, ökologischen Landbau, ein weiteres Standbein ist die Fleischerzeugung durch Mutterkuhhaltung mit angegliederter Mast (die Rinder sind Kreuzungen der Rassen Charolais und Limousin). Die Erzeugnisse stehen im eigenen Hofladen zum Verkauf, ergänzt durch andere Produkte wie u.a. Brot von der Biobäckerei Lummerland in Mannheim und Weine aus Sankt Martin in der Pfalz. Der Wersauer Hof verfügt neben gemütlichen Gästezimmern und einer Pferdepension auch über eine Hofschänke mit Biergarten für bis zu 40 Personen sowie einem Gewölbekeller mit ebenfalls 40 Plätzen.

IMG_1832-001Nach freundlichem Empfang durch Frau Hoffmann und Tochter Caroline ging es in der großzügigen Küche unter kompetenter Anleitung von Chefkoch Jochen ans Werk. Die Zutaten stammten von verschiedenen Erzeugern aus der Region – Ochsenherztomaten und Erdbeeren vom Kurpfalzhof in Heidelberg, frische Kräuter aus Neckargemünder Privatanbau, Rindfleisch und alles Übrige vom Wersauer Hof. Das Ergebnis war ein regional-saisonales 4-Gänge-Menü:

  • Reilinger Kopfsalat / Dressing mit Olivenöl, Fassessig mit Neckargemünder Kräutern
  • Ravioli aus vom Chefkoch bereits vorbereitetem Nudelteig mit Zucchini-Ziegenkäse-Füllung an Sahnesoße mit Kräutern und Frühlingszwiebelheu (dessen millimetergenaue Zubereitung den fleißigen Küchenhelfern alles abverlangte)
  • Rindfleisch-Tomaten-Topf (aus einem prächtigen Rinderbratenstück in Weißwein mit Kartoffeln und Ochsenherztomaten), dazu ein „Blubb“ aus Crème fraîche mit frischen Kräutern
  • Honigsüße Blätterteig-Creme-Torte (großzügige Spende von Wabenschatz), dazu Erdbeeren

 

Am Abend eines Sommertages wie aus dem Bilderbuch – blauer Himmel, angenehme Temperaturen – konnten wir das Essen im Freien an einer langen Tafel genießen, die von fleißigen Helfern hübsch eingedeckt und dekoriert worden war. Zwischen den Gängen stellten Tom und Anja Thies den Verein Wabenschatz (i.G.) aus Heidelberg vor, der Imker sowie Vereine dabei unterstützt, mehr Bienen in der Region anzusiedeln und zu pflegen, was auch der regionalen Landwirtschaft zum Vorteil gereicht.

Zu dem Menü wurden Brot von Lummerland und Weine aus dem Hofladen (Riesling aus Sankt Martin) sowie als edle Gabe aus den Privatbeständen von Caroline Hoffman eine Flasche Weißburgunder (ebenfalls aus Sankt Martin) gereicht.

Ein herrlicher Abend in ländlicher Idylle mit vorzüglichen Speisen, anregenden Gesprächen, mit vielen bekannten und auch einigen neuen Gesichtern. Ein Abend, an dem auch die Sprösslinge einiger Teilnehmer ihr Vergnügen hatten, beim Fußballspielen wie bei Tisch…

Wir dürfen gespannt sein, an welchen besonderen Ort uns Jochen Bohlig als nächstes entführen wird (im Oktober?), um uns wieder mit einem neuen regional-saisonalen Menü – gut, sauber und fair – zu überraschen.

Text: J. Weißbrich und Bilder: J. Bohlig und A. Haubrich

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Archiv, Erzeugerbesuch, Gemeinsam Kochen, In eigener Sache, Kulinarisches

Tafelrunde Nr. 3

Am Freitag, den 19.02.16, war es endlich wieder so weit. Klappe. Tafelrunde, die Dritte.

Dank Jochen Bohligs feinem Gespür – nicht nur für außergewöhnliche Speisen, sondern auch für besondere Orte, an denen sich diese zubereiten und genießen lassen – konnte eine bunte Schar von Mitgliedern, Unterstützern und Freunden des Slow Food-Conviviums Rhein-Neckar an diesem Abend das Café Meerwiesen im Mannheimer Stadtteil Lindenhof entdecken. Nettes Ambiente, gemütlich, mit altem Charme und jungem Pep.

IMG_1165

Die saisonalen Zutaten (Gemüse, Kartoffeln), aus denen fleißige Helfer in der kleinen Küche die später servierten Köstlichkeiten zauberten, stammten vom landwirtschaftlichen Familienbetrieb Ochsenschläger in der südhessischen Gemeinde Biblis-Wattenheim. Familie Ochsenschläger hatte sich auch persönlich eingefunden, um zu bestaunen, wie sich gut, sauber und fair hergestellte Lebensmittel locker-kreativ veredeln lassen…

Der Abend stand unter dem Motto: „Genussvolle Wintergemüse einmal anders“, das in ein 4-Gänge-Menü umgesetzt wurde:

IMG_1169

IMG_1175

  • Schwarzwurzelsuppe mit Knobiröstbrot
  • Bachsaibling im Wirsingmantel auf safranisiertem Kartoffelstampf
  • Zweierlei von der Pute mit violetter Grünkohllasagne
  • Odenwälder Apfelvariation

IMG_1177

Der Gruß aus der Küche wurde ersetzt durch diverse Wurstspezialitäten (frisch/geräuchert, u.a. vom Wildschwein), die von der Metzgerei Sommer in Heidelberg-Rohrbach gespendet wurden. Frau Sommer vermittelte den Gästen Hintergrundwissen zum Thema „Qualitätsfleisch- und Wurstwaren aus traditionellem Handwerk“. Verarbeitet wird nur Frischfleisch/schlachtfrische Ware aus artgerechter Aufzucht (Fleisch der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall).

„Prickelnde Begleitumstände“ gilt es auch zu erwähnen: Christian Hülsemann von der Heidelberger Sektkellerei präsentierte verschiedene Sekte aus seiner Angebotspalette und lieferte aufschlussreiche Details über Rebsorten und Herstellungsprozesse.

Zum Menü wurde Auxerrois und Riesling vom Bioweingut Kesselring gereicht.

Die Zeit zwischen den Gängen vertrieb uns Special Guest Lisa Wieser mit der Lesung von Passagen aus ihrem im Herbst 2015 im Eigenverlag (Edition Vicolo Torre) erschienenen Werk „Viva la Vita! Gespräche an der langen Tafel.“ Es geht u.a. um Tischgespräche, die Liebe und das Leben, Schauspieler, einen Jazz spielenden Sternekoch, dazu viele Impressionen, Anregungen und die Speisen der Gäste.

Die Zeit verging wie im Flug – mit liebevoll kreierten Speisen, köstlichen Getränken, eigenen und rezitierten Tischgesprächen an der langen Tafel… Wir sind voller Vorfreude auf eine Neuauflage!

Text J. Weißbrich und Bilder: J. Bohlig

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gemeinsam Kochen, In eigener Sache, Kulinarisches

Die Toskana in Gaiberg

Am 11.03.2016 konnte unser Convivium mal wieder etwas Besonderes anbieten: eine toskanische Weinprobe mit Original toskanischen Spezialitäten-Häppchen (stuzzichini), die uns die Winzer aus der Gegend um Florenz persönlich vorbeibrachten und vorstellten. Geladen hatten wir in die Alte Küferei in Gaiberg, ein wunderschön und behutsam restaurierter ehemaliger Werkstattraum, alte Gerätschaften partiell noch vorhanden, die an das Gewerbe erinnern, schöne Sandsteinmauern, ein mit Holzscheiten befeuerter Bollerofen – ein Ort mit Wohlfühl-Atmosphäre und für eine Weinverkostung ideal geeignet.

©J. Bohlig

Der Winzer Marco Filipello und seine Kollegin Elena Peiretti hatten uns die Weine der „Associazione Biodinamici Toscani“ mitgebracht. Diese Vereinigung besteht aus 4 Weinbaubetrieben, direkt westlich von Florenz gelegen, die sich dem biologischen und biodynamischen Weinbau verschrieben haben. Alle  vier steuerten mindestens einen ihrer Weine zu unserem Abend bei und Marco präsentierte sie uns nacheinander, angefangen mit einem Weißen, 100% aus der Malvasia-Traube gekeltert, gefolgt von 6 Roten, partiell 100% reine Sangiovesetraube, teilweise mit kleinen Anteilen anderer Reben (Canaiolo, Malvasia nera, Cabernet, Trebbiano) „verheiratet“. Nase und Gaumen konnten sich mit unterschiedlichsten, aber stets angenehmen Geschmacksnoten auseinandersetzen; mal besonders fruchtbetont, mild und rund, mal zupackend mit deutlichen aber schön eingebundenen Tanninen. Aromen von Sauerkirschen, Pflaume, Waldfrüchten, Tabak, Gewürznelken … zahlreich waren die Eindrücke, welche die Weine verschwenderisch darboten. Die Alkoholgehalte lagen zwischen 12,5 und 14,5%.

©J. Bohlig

Damit der Abend auch bei „nur“ sieben Weinen einen angenehmen Verlauf nahm, hatten die Winzer sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: sie brachten als Weinbegleiter  originale toskanische Wurst-, Schinken- und Käsespezialitäten mit, die uns vorgestellt und in üppiger Menge dargereicht wurden: die „Schwarze Salami“ aus Giustagnana, eine dort seit Jahrhunderten nach traditionellem Rezept aus den edelsten Teilen freilaufender Schweine hergestellte Wurst, welche unter Asche ihren Reifeprozess durchläuft und deshalb auch „der brennende Holzscheit aus Giustagnano“ genannt wird. Weiter ein an Meeresluft getrockneter Schinken aus der Schweinelende, der in Vermentino-Wein und Gewürzen mariniert wurde – sehr fein aufgeschnitten eine absolute Köstlichkeit. Und schließlich einen Schweineschinken, der etwa 2 Monate in einem Kräutermantel reift und dadurch seinen besonderen Geschmack erhält. Außerdem präsentierten beiden Winzer uns leckere Käse, den bekannten Pecorino in mittelreifer (3 Monate alt) und reifer (7-8 Monate) Ausprägung – wunderbare Begleiter zu den kredenzten Rotweinen.

©J. Bohlig

In Deutschland sind Winzer, die sich mit biologischem oder gar biodynamischem Weinbau beschäftigen, immer noch selten anzutreffen und werden eher als Exoten angesehen. Daher war natürlich besonders interessant, was uns Marco darüber aus eigener Praxis erzählen konnte und welche Antworten er auf unsere zahlreichen interessierten Fragen fand. Die Biodynamiker beziehen sich auf die Lehren von Rudolf Steiner, der 1924 seine anthroposophischen Gedanken veröffentlicht hat. Danach geht es darum, zuallererst die Natur unbedingt zu respektieren, ihr keinen Schaden zuzufügen. Im Weinbau etwa werden die Weinstöcke durch nur kleinste Gaben von Kupfer und Schwefel dabei unterstützt, sich gegen Parasiten zu behaupten, die Unterstützung durch moderne chemische Helferlein ist tabu; es findet keine künstliche Beregnung statt, um Wasserverschwendung zu vermeiden. Im Weinkeller schließlich werden die Trauben in Zementbecken fermentiert, Stahltanks werden abgelehnt (elektrische Spannungen, Schwingungen….). Bei Cuvees werden die unterschiedlichen Trauben zusammen vergoren. Es erfolgt kein Zusatz von künstlichen Hefen, die zwar die Arbeit deutlich erleichtern aber auch die Eigenheit des Weins verändern würden (und manchmal genau das sollen). Man vertraut auf die Arbeit der natürlichen indigenen Hefen. Auch die Klärung des Mosts, das Abscheiden der Trübstoffe erfolgt ohne Filter oder irgendwelche Zusätze wie z.B. Eiweiß. Zur Reifung wird der Wein schließlich zunächst in Holzfässer, danach auf die Flasche gefüllt. Die Biodynamiker sind stolz, in ihrem Wein nichts als ihre eigenen Trauben von ihrem Terroir wiederzufinden und damit einen im Wortsinne einzigartigen Wein produziert zu haben.

©J. Bohlig

Eine weitere Überraschung kam ganz zum Schluss: die vier Winzer bauen neben ihren Weinen auch noch Oliven an. Marco brachte eine Kostprobe mit und wir durften bei Weißbrot und Olivenöl schon mal vom nächsten Italienurlaub träumen…..

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erzeugerbesuch, In eigener Sache, Kulinarisches, Wein

1. Treffen der Kochgruppe II

©U.Ringwald

Das Slow Food Convivium Rhein-Neckar ist um einen weiteren Kochstammtisch reicher geworden

Slowfoodies aus dem Raum Heidelberg – Mannheim sind gerne dabei, wenn es um das gemeinsame Kochen von leckeren, gesunden Speisen geht, welche dann am langen Tisch zusammen gegessen werden.

Nachdem die Teilnehmer unseres ersten Kochstammtisches seit über einem Jahr regelmäßig sich zum Kochen treffen und inzwischen viele neue Interessenten sich gemeldet hatten, haben wir, um den Neuen entgegen zu kommen, einen 2. Kochstammtisch eingerichtet. Nach langer Vorbereitung, manchen Absagen und neuen Anmeldungen, haben wir am 13. 2. mit dem 1. Termin unseren Kochstammtisch II eröffnet.

Zwölf Teilnehmer sind zusammengekommen und haben in der Küche der bestens ausgestatteten SRH-Diätassistentenschule in Wieblingen ein Abendessen bereitet. Sie hatten bestimmte Gerichte vorgeschlagen, die sie kochen wollten.

Aus den vorgeschlagenen Gerichten wurde ein köstliches  5-Gänge Menü kreiert.

_Menue_13.2.16 _1_

Die Teilnehmer haben, jeder für sich, die Zutaten für die von ihnen vorgeschlagenen Gerichte, gemäß den Kriterien von Slow Food, gute, saubere und faire Produkte zu verwenden, wenn möglich saisonal und lokal eingekauft.

©Lisa Wieser

Ein Highlight des Abends war die Anwesenheit der Winzerin, Frau Ingeborg Eymann.           Frau Eymann bewirtschaftet mit ihrem Mann ein Bio-Weingut in Gönnheim. Wir hatten unser Menü Frau Eymann in voraus gemailt, so dass sie die passenden Weine aussuchen konnte, um uns diese beim Essen zu verkosten. Ihre Auswahl war trefflich, die Beschreibung der Weine gekonnt informativ. Eine echte Bereicherung des Abends.

Auffällig waren die lockere Stimmung und die offene, freundschaftliche Art, wie wir alle miteinander umgehen konnten, obwohl wir uns zum ersten Mal getroffen haben.

©Lisa Wieser

 

Am Ende des Tages wurden die Ausgaben für die Lebensmittel und für die Miete der Küche durch die Anzahl der Teilnehmer geteilt. Wer für die eingekauften Lebensmittel mehr bezahlt hatte als der Durchschnittsbetrag bekam die Differenz zurück, wer weniger ausgegeben hatte musste dazuzahlen.

Es wurde vereinbart, dass der Kochstammtisch II am 1. Samstag jedes 2. Monats stattfinden soll. Nächstes Mal ausnahmeweise am 2. oder 3. Samstag, also am 9. oder am 16. April, da der 2. April in die Osterferien fällt.

Wir sind froh über das rege Interesse für unsere Kochstammtische und wir sind offen für weitere Interessenten.

Anmeldung bei Piero Ravera: p-ravera@t-online.de.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gemeinsam Kochen, In eigener Sache