Slow Food – Kochen am Markt

Mit Freunden über einen Wochenmarkt schlendern, sich von saisonalen und frischen Produkten inspirieren lassen und dann gemeinsam in einer professionellen Küche ein mehrgängiges Menü zubereiten – dieser kulinarische Höhepunkt stand am vergangenen Wochenende im Slow Food Convivium Rhein-Neckar auf dem Programm. Ein toller Tag voller kulinarischer Erlebnisse, zu dem sich Genießer aus Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe und Frankfurt getroffen hatten.

Los ging‘s um 11 Uhr mit einem Begrüßungsschluck am Slow Food Stand. Zum Pfälzer Winzersekt  gab es eine kleine Schinkenauswahl und ofenfrische Quiches. Nach einer kurzen Vorstellung und Erläuterung des Tagesablaufs zogen die 4 Kochteams zu einer ersten Produktsichtung über den fantastischen Neuenheimer Markt, der so richtig Lust aufs Kochen macht. Vom Bio-Fleisch über französische und deutsche Rohmilchkäse bis hin zu Kräutern und knackigem Gemüse, hier ist alles von allerbester Qualität.

Knapp zwei Stunden und viele Gespräche mit Marktleuten, Händlern und Bauern später, nahm das Menü allmählich Form an. Feine Vorspeisen, perfekt abgeschmeckte Zwischengänge, Hauptspeisen und raffinierte Desserts wurden ganz individuell nach Marktangebot und nach dem Geschmack der Teilnehmer zusammengestellt. Und weil die Slow Foodies über ausreichend Kocherfahrung und Improvisationstalent verfügten, klappte das ganz ohne Rezepte oder Kochbücher. Da hatte sich ein sehr talentiertes Team zusammengefunden, und entsprechend vergnügt, kommunikativ und freundschaftlich war bereits nach kurzer Zeit die Stimmung.

Mit bester Laune und vollem Einkaufswagen zog die Gruppe schließlich in Richtung Küche, die in der Heidelberger Altstadt und direkt am Fuß der Heidelberger Schlossruine lag. Einmal angekommen, wurde das endgültige Menü und die benötigten Zubereitungszeiten besprochen und dann hieß es: An die Töpfe, fertig, los! Zur groovigen Musik von George Benson, Al Jarreau, Til Brönner oder Zaz wurde geknetet, geschält, geschnippelt, gerührt, pariert, reduziert, geflucht und gelacht. Wer gerade nichts zu tun hatte, half beim Decken und Dekorieren der langen Tafel oder flanierte bei herrlichem Sonnenschein durch die Altstadt. Ursprünglich war geplant, dass die Schlemmerei gegen 17 Uhr beginnen sollte, doch die kochbegeisterten Teams hatten raffinierte Gerichte vorbereitet, die deutlich längere Vorbereitungszeiten in Anspruch nahmen.

Schließlich, kurz nach 19 Uhr, war es dann so weit. Alle Speisen waren soweit vorbereitet und unter vielen „Aaaahs“ und „Ohhhhs“  wurden die einzelnen Gänge angerichtet und vorgestellt:

Amuse Bouche:
Rote Beete Carpaccio mit Winterspinat und frischem Meerrettich

selbstgemachtes, knuspriges Bauernbrot mit Salzbutter aus dem Odenwald

Butternut-Kürbissuppe mit Karotten und Ingwer

Ravioli mit Maronen-Wollschweinfüllung, rosa gebratenes Hirschrückenfilet mit Rotweinreduktion

Ganzer Fasan mit Maronen-Apfelfüllung auf Filderspitzkraut; dazu Serviettenknödel

Kross gebratene Keulen und Roulade vom Rebhuhn; dazu Kartoffelgratin

Blätterteig-Tarte mit Birnen, Ziegenfrischkäse und karamellisierten Wallnüssen

Variation von Rohmilchkäsen, Quittenpaste und Feigen

Die korrespondierenden Weine stammten aus der Pfalz und aus Baden, u.a. von den Weingütern Becker, Clauer, Winterling, Klumpp und Wassmer.

Am Ende ging nichts mehr. Sieben gelungene Gänge waren an der langen Tafel mit Genuss und viel Zeit verzehrt worden und alle waren sich einig, dass man nicht nur einen ganz besonderen Tag mit  wunderbaren Koch- und Geschmackserlebnissen verbracht -, sondern auch neue Freundschaften geschlossen hatte. Eine Fortsetzung gibt es auf jeden Fall: Die Veranstaltung wird im kommenden Mai mit einem Frühlingsmenü wiederholt!

3 Kommentare

Eingeordnet unter Gemeinsam Kochen, Kulinarisches

3 Antworten zu “Slow Food – Kochen am Markt

  1. Da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen! Sehr schöner Artikel

  2. Eifelmaus

    Klingt nach einer Menge Spaß und sieht superlecker aus, was Ihr da in Eurem Convivium veranstaltet habt. Allerdings wäre mir das Menü zu fleischlastig: Wollschwein, Fasan, Rebhuhn… Wie wäre es, wenn Ihr statt dessen mal zu einem rein vegetarischen Kochevent einladen würdet? Liebe Grüße nach Heidelberg.

  3. Das Slow Food Convivium Rhein-Neckar führt seit langer Zeit und jedes Jahr auch rein vegetarische Veranstaltungen durch. Fairerweise muss man sagen, dass diese Events nur sehr wenige Slow Foodies ansprechen, und wir dabei selten mehr als 5 bis 10 Teilnehmer zusammen bekommen. Ein Großteil der Mitglieder bevorzugt wohl doch eher einen Speisezettel, auf dem auch Fleisch und Geflügel stehen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf das wunderbare Slow Food Buch: „Die vegetarische Küche Italiens“ verweisen: http://goo.gl/yLRWk
    Herzliche Grüße in die Eifel

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