Food Crash – das wichtigste Food-Buch des Jahres

Bio? Als Luxus für Reiche ist das ja ganz nett. Aber jetzt wird’s ernst:  „Fast sieben Milliarden Menschen müssen ernährt werden, und es werden ständig mehr. Jetzt muss industriell produziert werden: mit Pestiziden, Kunstdünger, Gentechnik!“ Diese These klingt doch nach gesundem Menschenverstand! Aber ist sie wirklich zutreffend? Oder gehen wir damit der Agrarindustrie auf den Leim, für die der Hunger in der Welt die Grundlage für ein florierendes Geschäft mit Pestiziden, Düngemitteln und Gentechnik-Saatgut ist?

In Berlin wurde kürzlich das neueste Buch über Landwirtschaft und Nahrungsmittel vorgestellt, und seit dem 12. September ist es im Handel: „Food Crash“ von Felix Prinz zu Löwenstein, dem Vorsitzenden des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Programm ist der Untertitel des Buches: „Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr.“ Was dem Mann, den sich der Autor als Laudator dazu bestellt hatte, gar nicht behagte: Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel. Er meinte in guter FDP-Manier, dass sich von „öko“ die Menschheit nicht ernähren lasse und man auf Agrochemie samt Gentechnik nicht verzichten dürfe, wolle man den Hunger von 7 Milliarden Menschen stillen.

Löwenstein weiß es besser als der Haudrauf-Minister und Westerwelle-Vertraute. Den Bauern in den armen Ländern helfe man am besten, indem man ihnen das richtige Kompostieren und die Tröpfchenbewässerung beibringe und ihnen helfe, ihre traditionellen Sorten weiter zu züchten. Gentechnik dagegen erzeuge nicht mehr Nahrung. Und Kunstdünger habe keine Zukunft, weil die Rohstoffe Erdöl und Phosphor zur Neige gingen. Und so erklärt sich denn auch der Untertitel des Buches: Er beruht nicht auf Wunschdenken sondern nüchterner Analyse.

Immerhin gab der Entwicklungshilfeminister auch erfreuliche Einsichten zum Besten. So versicherte er, dass die Bundesrepublik mit ihrer Agrarhilfe keine deutsche Agrarchemie und schon gar keine Gentechnik in die Entwicklungsländer bringe. Statt die armen Länder mit den Resten unserer Lebensmittelproduktion zu überschütten und damit deren eigene Landwirtschaft niederzukonkurrieren will er diesen Trend stoppen und so umkehren, die diese Länder selber an uns verkaufen, was sie übrig haben. Erkannt hat Niebel auch, dass die Förderung des ländlichen Raumes nicht nur in Europa sondern auch auf anderen Kontinenten die Schlüsselfrage ist. Felix von Löwenstein wies darauf hin, dass der derzeitige Umfang mit dem Boden dazu führe, dass jedes Jahr eine Fläche von der Größe Deutschlands für die Landwirtschaft verloren gehe.

Felix zu Löwenstein
Food Crash
Pattloch Verlag; 256 Seiten, 19,99 EUR  ISBN 978-3-629-02300-1

Weitere Infos oder bestellen bei ->  BUCH.de  oder bei -> Amazon.de
(Quelle: Slow News)

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Buchempfehlung, Wissen & Genuss

Eine Antwort zu “Food Crash – das wichtigste Food-Buch des Jahres

  1. Nur so kann’s weitergehen…

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