Essbare Landschaften: Kräuter und Blüten

Mehrmals im Jahr veranstaltet die Familie Gehr vom Restaurant Rössle in Bretzfeld (bei Heilbronn) ausgedehnte Kräuterwanderungen durch die Region (also nicht diese 30 Minuten Turbo-Veranstaltungen im Gewächshaus) und belohnt die stundenlangen Ausflüge zum Abschluss mit einem wohlschmeckenden Kräutermenü. Diese Kombination ist unschlagbar.

Essbare Blüten und aromatische Kräuter wachsen überall. Im Garten, am Waldrand, auf der Wiese, neben der Straße… Nur: Woher soll man wissen, welche davon essbar sind und wie man sie verwenden kann? Wir wollten unser kulinarisches Wissen erweitern und mehr über die Heilkraft der Wildkräuter, ihre Verwendung in der Küche und Hausapotheke erfahren.

Die Apothekerin Barbara Leuser führte uns am 14. Mai gemeinsam mit Christiane Gehr fachkundig, mit viel Witz und Charme durch die Natur und erklärte uns, worauf man beim Sammeln achten muss. Gegen 10 Uhr setzte sich also eine kleine Gruppe von knapp 15 Personen in Bewegung und marschierte bei bestem Frühlingswetter in Richtung Wald und Bernbach-Tal. Wenige Meter neben dem Parkplatz ging es dann schon los: Hier blühte Giersch („kann man wie Spinat kochen oder roh im Salat essen“), dort wuchsen Brennesseln („nur die jungen Blätter nehmen und 10 Minuten kochen“). Ein paar Meter weiter entdeckten wir die Gundelrebe und Sauerampfer. So ging es immer weiter: Ein paar Minuten wandern, dann zeigte uns Frau Leuser eine neue Pflanze und erklärte uns die wichtigsten Merkmale zur richtigen Bestimmung, um Verwechslungen mit ähnlichen Pflanzen zu vermeiden. Das war spannend und ziemlich kurzweilig, doch es würde an dieser Stelle zu weit führen, alle Wildkräuter, ihre Merkmale und ihre Zubereitung aufzuzählen.

Nachdem wir roten Klee, Spitzwegerich, Knoblauchrauke, Baldrianwurzeln, Löwenzahn, Gänseblümchen, Vogelmiere, Brunnenkresse, Nelkenwurz, Waldmeister, Goldnessel, Huflattich, Sauerklee, Blutwurz und natürlich Bärlauch bestimmt, probiert oder beschnuppert hatten, ging es 3 1/2 Stunden später an die gedeckte Tafel.  Roland Gehr hatte für uns ein mehrgängiges Menü vorbereitet, bei dem die gesammelten Kräuter – vom Aperitif bis zum Nachtisch – Verwendung fanden.

Was wir an diesem Tag gelernt haben? Bestimmt nicht alles. Aber der Grundstein ist gelegt und ich bin ziemlich sicher, dass  jeder Teilnehmer bei seinen zukünftigen Wanderungen hier eine Blüte und da ein Kräutlein zupfen wird, um es in seine Küche tragen. Es ist schon erstaunlich, wie viele essbare Kräuter und Pflanzen in unserer direkten Umgebung wachsen, die wir für gewöhnlich gar nicht erkennen und deshalb ignorieren. Ich selbst werde meinen Kräutergarten, wo bislang Schnittlauch, Rosmarin, Kaskadenthymian, Salbei, Fenchel und Estragon wachsen, definitiv um zwei Pflanzen bereichern: Vogelmiere (schmeckt nach jungem Mais und herrlich nussig) und Brunnenkresse.

Weiterführende Informationen: Slow Food Magazin Juni 2011 Kräuter

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Eingeordnet unter Ernährung, Genussführer, Kulinarisches, Vorträge / Schulungen, Wo wir gerne essen

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