Slow Food Chef zu Gast in Heidelberg

Am vergangenen Freitag war Dr. Andreas Eichler im Convivium Rhein-Neckar zu Besuch um seine Pläne und das neue Programm für Slow Food Deutschland vorzustellen. Der Empfang fand bei strahlendem Sommerwetter auf der Dachterrasse des Hotels Qube, mit herrlichem Blick über Heidelberg und das Neckartal, statt.

„Der Vorstand von Slow Food wolle künftig den Dialog in den Convivien und mit den Menschen vor Ort suchen“ hatte Dr. Eichler nach seiner Wahl im März 2010 angekündigt und nun sein Versprechen eingelöst. An Gesprächsstoff mangelte es nicht.

„Slow Food darf nicht nur ein Genießerclub sein. Wir müssen uns auch nach außen stärker artikulieren und wir müssen politischer werden“ sagte Eichler in seiner Rede vor knapp 30 Mitgliedern und regionalen Pressevertretern. „Wir wollen künftig engere Beziehungen zur Politik knüpfen und für politische Lobbyarbeit ist auch ein Umzug der Geschäftsstelle von Ludwigsburg nach Berlin dringend notwendig“ führe er seine Pläne weiter aus. Weitere Themen waren die längst überfällige Satzungsreform und das Delegiertenprinzip, an der der Verein seit nahezu 2 Jahren arbeitet.

Die geplante Verlegung der Geschäftsstelle nach Berlin stieß indes nicht bei allen Slow Foodies auf Gegenliebe und führte im Anschluss zu einer regen Diskussion mit dem Vorsitzenden. „Die Slow Food Bewegung  ist seit jeher eine Vereinigung von bewussten Genießern und mündigen Konsumenten und bemüht sich um die Erhaltung der regionalen Küche. Müssen wir dazu mit der Geschäftsstelle nach Berlin?“ fragte ein Produzent. Und Cyriacus Schultze, Leiter des Slow Food Conviviums Rhein-Neckar, gab zu bedenken: „In Italien käme doch auch kein Mensch auf die Idee, Slow Food von Bra nach Rom zu verlegen, nur weil dort die Regierung sitzt. Unsere Aufgabe ist es, die Produzenten vor Ort mit den Verbrauchern zu verknüpfen, nicht auf Kosten von Mitgliedsbeiträgen mit Politkern in Berlin zu frühstücken. Die Geschäftsstelle in Ludwigsburg leistet wunderbare Arbeit, warum sollte man die auflösen?“ So wurde im Verlauf des Abends deutlich, dass es noch jede Menge Gesprächsbedarf gibt und ein möglicher Umzug nach Berlin, ebenso wie die politische Lobbyarbeit, sehr unterschiedlich bewertet wird.

Am Ende der Diskussion moderierte der Conviviumsleiter zum kulinarischen Teil des Abends über und stellte vier Slow Food Förderer vor: Die Metzgerei Wagner aus St. Leon hatte einen köstlichen Rotweinschinken (vom Landschwein, eingelegt in Dornfelder) und geräucherte Käseknacker (mit handgeschöpftem Naturkäse der Käserei Müller in Hockenheim) beigesteuert. Metzgermeister René Ohr stellte einen luftgetrockneten Schinken vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein vor, der den Vergleich mit einem San-Daniele nicht zu scheuen braucht, und erklärte den Gästen anschaulich die Herstellung des Schinkens. Kultbäcker Peter Kapp aus Edingen lieferte köstliche Baguettes. Und Angela Schultze von Aux Amis des Vins präsentierte einen wunderbar fruchtigen Winzersekt vom Weingut Winterling in Niederkirchen.

Der zweite Teil des Abends fand im Restaurant Qube statt, wo Küchenchef Robert Deyhle die Slow Food Gäste mit Sesam-Thunfischsteak, butterzartem Pulpo und Wiener Schnitzel vom Kalbsrücken verwöhnte. Viele Mitglieder nutzten die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit dem Vorsitzenden und diskutierten noch bis in die Nacht.

Herzlichen Dank an alle Slow Food Förderer und Freunde, die diesen Abend ermöglicht und unterstützt haben!

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