Genuss-Abo für Slow Food Chocoholics

Nie erwarte ich den Postboten sehnlicher, als Mitte des Monats. Da steht er dann mit  einem kleinen, gelben Postpaket an der Haustür und bringt mir den wohlverdienten und monatlichen Schokoladennachschub. Ahh, endlich!

Zugegeben, die Idee für so ein Schoko-Abonnement ist praktisch, aber nicht wirklich neu: Es gibt einige Unternehmen, die sich auf den regelmäßigen Versand von Pralinen spezialisiert haben. Das Problem ist allerdings die kontinuierliche Qualität. Stellen die Chocolatiers es nämlich geschickt an, sorgen ein gutes Page Ranking im Internet und und ein klein wenig wohlwollende Presse (denn Redakteure lieeeben Schokolade!!) für den notwendigen Auftrieb, und schwupps, ist es vorbei mit der kleinen Manufakturarbeit. Wie wir wissen, sind Qualität und Massenabfertigung keine besonders guten Freunde und so wird aus Schokolust für die meisten Feinschmecker schnell Schokofrust.

Ich habe in den vergangenen 24 Monaten die bekanntesten Anbieter anonym getestet. Was es da nicht alles gibt: Versender von industrieller Standardware, Versandhäuser für Valrhona Puristen oder seltene Plantagenkreationen und  maßgeschneiderte Schokoladen mit über 10 Milliarden (!!) Kombinationsmöglichkeiten bei den Zutaten. Schon toll. Dennoch war kein einziger Lieferant dabei, der mich wirklich überzeugt hat. Aber was soll man tun, wenn man im tiefen Odenwald lebt und der nächste Pralinenmacher eine Autostunde weit entfernt wohnt?

Mit dieser Fragestellung wandte ich mich an Peter Gärtner. Der ist Inhaber der kleinen Chocolaterie Cacao in Weinheim und ein kompromissloser Chocolatier. Wenn es nach ihm ginge, würde er wahrscheinlich nur die Weinheimer beliefern oder seine Kreationen ausschließlich mit den besten Freunden teilen. Zum Glück muss er aber auch eine Familie ernähren und so verkauft seine Pralinen auch an „Fremde“. Mit viel Erfolg.

Entsprechend ablehnend reagierte er, als ich ihm zum ersten Mal meine Idee vom Pralinen-Abo vorstellte: Die kleine Produktion könne unmöglich die ganze Metropolregion Rhein-Neckar beliefern, schon allein deshalb, weil dann die Qualität leiden würde.

Aber das Thema war auf dem Tisch! Viele Wochen vergingen und eines schönen Tages (wenn es um Schokolade geht, kann ich ziemlich hartnäckig sein 😉 ) war es dann so weit. Ich erhielt die erste Monatslieferung. Wobei der Begriff „Monat“ eigentlich nicht zutrifft, denn die kleinen Kostbarkeiten verschwinden schon nach wenigen Tagen auf wundersame Weise…

Seitdem ist einige Zeit vergangen. Peter Gärtner‘s Bedenken wegen Qualitätseinbußen sind weitestgehend verflogen und wir konnten mit Phase Zwei meines Abo-Plans beginnen: Pralinen für alle Slow Foodies! Nach wie vor bietet die Chocolaterie Cacao keine Jahresabos an, aber alle Mitglieder des Conviviums Rhein-Neckar „dürfen“ ab sofort unter der Adresse info@cacao.de unter www.cacao.de oder telefonisch unter 06201 / 879 879 bestellen. Bei der Bestellung einfach die SF Mitgliedsnummer angeben und die gewünschte Anzahl der Monate (es gibt auch Endlosabos).

Wer sich zuvor von der Qualität persönlich überzeugen möchte: Am 1. April ist Slow Food zu Gast im Weinhaus Puppel in Weinheim. Dort wird es die feinen Schokoladen zum probieren geben. Na, ist das ein Wort?

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