Einfach nur ekelig

Food Tech auf der Anuga 2009

Bei der Lebensmittelmesse Anuga 2009 in Köln standen vor allem die Neuheiten der Nahrungsmittelindustrie im Mittelpunkt. Innovativ, vorgekocht, für Unterwegs und bitteschön gleich fertig. Das Essen und Trinken entfernt sich zusehends von Herd und Tisch. Ein paar Menüvorschläge aus den Food-Labors gefällig? Bitteschön:

  • Weizen-Cerealien mit Kaffeearoma
  • Thunfisch-Würstchen, handlich portioniert in Fünfer-Verpackungen
  • „Lustige“ Fleisch-Bällchen mit Ketchup in sieben Geschmacksrichtungen
  • Premium-Braten-Spezialitäten in fünf Sorten für die Mikrowelle
  • Bockwurst im Aromaschutzeimer
  • Cola mit Chiligeschmack, die „schärfste Cola der Welt“

In kaum einer anderen Branche gibt es Jahr für Jahr so viele Innovationen und neue Trends wie in der Food & Beverage-Branche. Ganz selbstverständlich werben die Hersteller damit, dass ihre Produkte allesamt reich an wertvollen Inhaltsstoffen (!) und Vitaminen, fettarm, zucker- und cholesterinfrei, aus 100prozentigen Gewürzen (!) und ohne Zusatzstoffe sind. Und dass die schöne neue Esswelt völlig mühelos ist…

anuga

Also eigentlich hätte man eine Slow Food Demo direkt vor Ort organisieren sollen, denn diese Nahrungsmittel sind, zumindest aus der Sicht des Autors, einfach nur ekelig! Darüber hinaus sind sie weder gut, sauber und fair noch werden sie die Probleme der Übergewichtigkeit oder Fehlernährung in unserer Gesellschaft lösen, noch haben sie irgendetwas mit Genuss oder Esskultur zu tun. Wer sich einen genauen Überblick verschaffen möchte, findet hier ein paar Infos zum Download:

ANUGA 2009 – Prämierte Produktneuheiten
ANUGA Food TEC – Neuheiten bei den Herstellungsverfahren

Hier ein Auszug aus der RNZ vom 10./11. Oktober, Seit 22 – Wirtschaft

Bequemer essen

Messe Anuga 2009: Vorgekochte Speisen stehen im Mittelpunkt

»Wer Fisch gern als Wurst ist, Mango aus der Tüte und Salz aus der Kalahari-Wüste, der ist bei der Anuga 2009 genau richtig. Die weltgrößte Ernährungsmittelmesse, die am Samstag fünf Tage lang neue Trends aus 97 beteiligten Ländern zeigt, stellt vor allem bequem zuzubereitende oder schon verzehrfertige Speisen und Snacks in den Mittelpunkt. So sind nur zweimal 30 Sekunden nötig, um Gyros aus dem Pappbecher in der Mikrowelle zuzubereiten, der Dip steckt schon unterm Deckel. Auch Couscous nach orientalischer Art gibt es für den Eiligen schon zum schnellen Verzehr für unterwegs.

Wer zu bequem zum Kochen ist und auch nicht entscheidungsfreudig, kann sich einen Pastateller mit gleich drei Nudelsorten aus dem Tiefkühlfach auftischen – der Teller ist backofenfest und kann danach entsorgt werden. Nicht einmal mehr ein Messer auspacken muss der Hungrige, der sich den Aufstrich eines niederländischen Herstellers aus der Tube aufs Brot drückt – in den Geschmackssorten Krebs, Thunfisch, süßer Pfeffer oder Meerrettich. Auch Frischkäse aus der Tube soll Appetit anregen, hofft ein österreichischer Produzent.

Aufgetischt werden bei der 30. Anuga in Köln auch gesunde und Wellness-Lebensmittel. Es gebe auffallend viele Angebote mit dem Etikett «free from…», sagt ein Sprecher der Kölnmesse – also frei etwa von Fett, Zucker, Gluten oder Lactose. Damit reagiert die Ernährungsindustrie auf weit verbreitetes Übergewicht, auch auf zunehmende Allergien und Unverträglichkeiten bei den Konsumenten…«

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Eingeordnet unter Ernährung, Wissen & Genuss

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