2. November 2009

Slow Food Küchenparty in Hockenheim

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Gemeinsam kochen, an einer Tafel sitzen, essen, trinken und miteinander darüber zu reden: Das ist ein uraltes Bedürfnis unserer Kultur und ebenso ein fester Bestandteil unserer Aktivitäten.  Wer an große Tafeln denkt, denkt meist auch an steife Kragen, höfliche Konversation und viel zu ernste Gesichter. Nicht bei uns! Also trafen sich am vergangenen Samstag 18 Genießer, zogen ihre SlowFood-Schürzen über, tummelten sich in der Küche  des Johanneshof und halfen tatkräftig mit.

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21. Oktober 2009

Neuer Stern am Heidelberger Gastrohimmel

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Noch ist es ein klein wenig zu früh, um in kulinarischen Lobeshymnen zu schwelgen und eine endgültige Empfehlung auszusprechen. Aber was wir bislang erlebt und geschmeckt haben, hebt uns schon deutlich in Richtung Wolke 7.  Endlich eine ideenreiche, saisonelle und regionale Küche auf  höchstem Niveau zu fairen Preisen. Ja wenn das keine gute Nachricht ist…

Robert Deyhle, bisher Küchenchef im Schumann’s München, hat im neu erbauten Qube Hotel (gleich neben der VHS, Bergheimer Straße) sein Quartier aufgeschlagen und bringt Schwung in Heidelbergs dösende Gastro-Szene. Hatte der mündige und anspruchsvolle Gourmet bislang nur die Wahl zwischen Italiener, Pop (Szene), Kurfürstenstube (staub, hüstel) und dem gläsernen Top-Floor der PrintMedia Akademie (danke, aber nein danke), oder aber er musste eine längere Fahrt nach Mannheim, Schriesheim, Ketsch oder Deidesheim in Kauf nehmen, so scheint hier ein Restaurant entstanden zu sein, das endlich die Lücke schließt.

Wesentliche Anlaufprobleme konnten wir keine feststellen. OK, der Rotwein war in zwei Fällen einen Tick zu warm (Weinklimaschrank ist schon bestellt und wird für Abhilfe sorgen) und vielleicht könnte man alternativ zu den italienischen Szene-Wassern auch unsere heimischen Quellen aus dem Odenwald berücksichtigen (z.B. Finkenbacher), aber das sind eher Details. Im Großen und Ganzen läuft es schon sehr rund:

Das Team unter Tobias Rentzsch agiert professionell und charmant, das reduzierte Interieur schafft ein wohliges Gefühl urbaner Großzügigkeit, die frischen Zutaten treiben jedem Slow Foodie Tränen in die Augen und die puristische Küchenkunst des Chef de cuisine sorgt nicht nur für Begeisterung, sondern am Ende auch für Ratlosigkeit: Warum mussten wir in Heidelberg so viele Jahre auf dieses Restaurant warten?

Wir werden bald wiederkommen, hungrig nach mehr und voller Zuversicht, dass es sich nicht um eine Sternschnuppe handelt.  Unbedingt ausprobieren!

Qube Restaurant
Bergheimer Straße 74    69115 Heidelberg
Tel. 06221 – 18799 – 621

16. Oktober 2009

Slow Food auf Xing

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Wussten Sie schon: Slow Food (D, A, CH) gibt es auch auf XING, dem Business-Netzwerk für Geschäftsleute. Bereits 700 Mitglieder aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz sind dabei und haben in den vergangenen Monaten über 260 Beiträge geschrieben. Treten Sie der  Slow Food Gruppe bei und tauschen Sie sich mit Experten und Gleichgesinnten in anregenden Diskussionen aus. Sie finden die Gruppe unter http://stage.xing.com/net/sfd/

15. Oktober 2009

Einfach nur ekelig

Food Tech auf der Anuga 2009

Bei der Lebensmittelmesse Anuga 2009 in Köln standen vor allem die Neuheiten der Nahrungsmittelindustrie im Mittelpunkt. Innovativ, vorgekocht, für Unterwegs und bitteschön gleich fertig. Das Essen und Trinken entfernt sich zusehends von Herd und Tisch. Ein paar Menüvorschläge aus den Food-Labors gefällig? Bitteschön:

  • Weizen-Cerealien mit Kaffeearoma
  • Thunfisch-Würstchen, handlich portioniert in Fünfer-Verpackungen
  • „Lustige“ Fleisch-Bällchen mit Ketchup in sieben Geschmacksrichtungen
  • Premium-Braten-Spezialitäten in fünf Sorten für die Mikrowelle
  • Bockwurst im Aromaschutzeimer
  • Cola mit Chiligeschmack, die „schärfste Cola der Welt“

In kaum einer anderen Branche gibt es Jahr für Jahr so viele Innovationen und neue Trends wie in der Food & Beverage-Branche. Ganz selbstverständlich werben die Hersteller damit, dass ihre Produkte allesamt reich an wertvollen Inhaltsstoffen (!) und Vitaminen, fettarm, zucker- und cholesterinfrei, aus 100prozentigen Gewürzen (!) und ohne Zusatzstoffe sind. Und dass die schöne neue Esswelt völlig mühelos ist…

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Also eigentlich hätte man eine Slow Food Demo direkt vor Ort organisieren sollen, denn diese Nahrungsmittel sind, zumindest aus der Sicht des Autors, einfach nur ekelig! Darüber hinaus sind sie weder gut, sauber und fair noch werden sie die Probleme der Übergewichtigkeit oder Fehlernährung in unserer Gesellschaft lösen, noch haben sie irgendetwas mit Genuss oder Esskultur zu tun. Wer sich einen genauen Überblick verschaffen möchte, findet hier ein paar Infos zum Download:

ANUGA 2009 – Prämierte Produktneuheiten
ANUGA Food TEC – Neuheiten bei den Herstellungsverfahren

Hier ein Auszug aus der RNZ vom 10./11. Oktober, Seit 22 – Wirtschaft

Bequemer essen

Messe Anuga 2009: Vorgekochte Speisen stehen im Mittelpunkt

»Wer Fisch gern als Wurst ist, Mango aus der Tüte und Salz aus der Kalahari-Wüste, der ist bei der Anuga 2009 genau richtig. Die weltgrößte Ernährungsmittelmesse, die am Samstag fünf Tage lang neue Trends aus 97 beteiligten Ländern zeigt, stellt vor allem bequem zuzubereitende oder schon verzehrfertige Speisen und Snacks in den Mittelpunkt. So sind nur zweimal 30 Sekunden nötig, um Gyros aus dem Pappbecher in der Mikrowelle zuzubereiten, der Dip steckt schon unterm Deckel. Auch Couscous nach orientalischer Art gibt es für den Eiligen schon zum schnellen Verzehr für unterwegs.

Wer zu bequem zum Kochen ist und auch nicht entscheidungsfreudig, kann sich einen Pastateller mit gleich drei Nudelsorten aus dem Tiefkühlfach auftischen – der Teller ist backofenfest und kann danach entsorgt werden. Nicht einmal mehr ein Messer auspacken muss der Hungrige, der sich den Aufstrich eines niederländischen Herstellers aus der Tube aufs Brot drückt – in den Geschmackssorten Krebs, Thunfisch, süßer Pfeffer oder Meerrettich. Auch Frischkäse aus der Tube soll Appetit anregen, hofft ein österreichischer Produzent.

Aufgetischt werden bei der 30. Anuga in Köln auch gesunde und Wellness-Lebensmittel. Es gebe auffallend viele Angebote mit dem Etikett «free from…», sagt ein Sprecher der Kölnmesse – also frei etwa von Fett, Zucker, Gluten oder Lactose. Damit reagiert die Ernährungsindustrie auf weit verbreitetes Übergewicht, auch auf zunehmende Allergien und Unverträglichkeiten bei den Konsumenten…«

11. Oktober 2009

Australien im Odenwald

Der fünfte Kontinent zählt, darin sind sich Fachleute und Weinkenner einig, zu den innovativsten und kreativsten Weinbauländern der Welt. Am gestrigen Samstag Abend trafen sich knapp 30 Slow Foodies und Genießer im Restaurant Treusch’s Schwanen, Reichelsheim,  um eine vino-gastronomische Bildungsreise nach Australien zu unternehmen.

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Der Weinakademiker und –buchautor Dr. Wolfgang Staudt erläuterte uns zunächst schwungvoll und fachkundig die unterschiedlichen Rebsorten und typischen Anbaugebiete. Wir erfuhren von der gezielten Suche der Winzer nach sogenannten „cool climates“ – kühlere Regionen, die sich für Spitzenweine besser eignen und probierten die Gewächse verschiedener Erzeuger: Chardonnay, Sauvignon Blanc, Sémillon, Cabernet Sauvignon, Merlot und natürlich Shiraz, der von vielen auch als der Typischste aller australischen Weine angesehen wird.

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17. September 2009

Rohmilchkäse in Kanada

Ende April war ich in Kanada und mir passierte etwas, das eine ähnliche Empfindung auslöste, als hätte ich in einer fremden Stadt einen alten Freund getroffen: Wir könnten es verwundertes Lächeln nennen. In meinem Fall war der Freund ein Käseteller mit Rohmilchkäse.

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Bis vor rund zehn Jahren wäre eine solche Begegnung nicht möglich gewesen, und noch heute ist es in den früheren britischen Kolonien (vor allem USA, Kanada und Australien) und in England selbst selten, gute Rohmilchkäse zu finden.

In Kanada endet man vor Gericht, wenn man frische Rohmilch oder daraus hergestellte Käserprodukte öffentlich verkauft!

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16. September 2009

The Meatrix

Bewegt sich Deutschland hin zu einer Zweiklassenlandwirtschaft, die es verfehlt, qualitativ gute Nahrung für alle zugänglich zu machen? Basierend auf dem Science Fiction Film „The Matrix“, haben ein paar kreative Filmemacher aus den USA den preisgekrönten Film „The Meatrix“ ins Netz gestellt, der die Problematik der Grossmast und der industriellen Fleischproduktion sehr gut darstellt:

THE MEATRIX is eine Wortzusammenstellung aus Meat(Fleisch) und dem berühmten Filmtitel The Matrix, welcher hervorrangend den Widerspruch der zwei Welten der Illusion und der Realität in der wir leben zeigt, als ein 4-minütiger “Flash”-Animationsfilm, der die Matrix Filme verulkt und auf die von der industriellen Landwirtschaft verursachten Probleme aufmerksam macht.

Anstelle von Keanu Reeves, treffen wir in The Meatrix Leo, das Ferkel, an, welches sich wähnt, auf einem idyllischen Bauernhof zu leben. Die Illusion hält aber nur solange an, bis Leo von Moopheus – einem schwarz gekleideten Rind – die unangenehme Wahrheit darüber erfährt, wie Nutztiere heute gehalten werden. Am Ende des Films werden die Zuschauer zu einer „Aktionsseite“ geleitet, welche zusätzliche Informationen über industrielle Landwirtschaft liefert sowie Konsumenten auffordert, lokale Kleinbauern zu unterstützen und nachhaltig erzeugte Lebensmittel wie Fleisch, Geflügel, Eier und Milchprodukte über die Eat Well Guide einzukaufen.

Die Meatrix ist ein ausserordentlich erfolgreicher Internet-Aktivismus-Film: Seit seiner Veröffentlichung im November 2003, wurde The Meatrix weltweit vorgeführt und online unter www.themeatrix.com von über 10 Millionen Zuschauern gesehen.

Weitere Infos in deutscher Sprache und alle Filme in bester Qualität: http://www.themeatrix.com/intl/germany/

16. September 2009

Slow Food zu Gast bei…

Heil’s Feinschmecker Läd’l  Heidelberg

Zugegeben, es ist nicht gerade die schönste oder fotogenste Ecke von Heidelberg: Spielsalons, Kneipen, Parkplätze, die Rückseite eines großen Baumarktes. Ein paar Meter dahinter die Bauruine des ehemaligen Finanzamtes. Hier in der Bahnhofstraße, unscheinbar versteckt zwischen Döner-Imbiss, Asia-Shop und Schlüsseldienst, befindet sich ein gerade mal 40 qm großer Tante-Emma-Laden, welcher dank der kompromisslosen Qualitätsphilosophie seiner Inhaberin und einer treuen Stammkundschaft überlebt hat.

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Ortsunkundige, vorbeihastenden Passanten oder Autofahrer übersehen das Geschäft nur allzu leicht.

Ich bin zu Gast bei Irmgard Heil, die seit vielen Jahren dieses außergewöhnliche Feinkostgeschäft betreibt. Ähnlich wie bei dem wunderbaren Heidelberger Zuckerladen, scheint auch hier die Zeit stehen geblieben zu sein.

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20. Juli 2009

Die Tomatenflüsterin

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Mervi Treiber ist eine Frau, die so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Als ich sie zum ersten Mal auf ihrem Hof, den sie zusammen mit Ihrem Mann Albert führt, treffe, rufen zwei Kinder aufgeregt nach ihr. Ein Angestellter will wissen, wo der große Marktschirm gelagert werden soll.  Ein Passant ruft aus seinem Auto herüber und fragt nach dem Weg zum nahegelegenen Grenzhof. Und eine Fußgängerin steht am Zaun und möchte ein paar Tomaten kaufen. Dies alles geschieht zeitgleich und die Art und Weise, wie Frau Treiber mit dieser Situation umgeht, löst tiefe Bewunderung in mir aus. Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich wahrscheinlich den Stallburschen zum Teufel schicken, den Autofahrer geflissentlich ignorieren und irgendwie genervt versuchen, die quengelnden Kinder und die wartende Kundin zeitgleich unter einen Hut zu bekommen. Was für ein Stress! Nicht aber für Frau Treiber. Die Hofbesitzerin scheint sich über alles und jeden zu freuen und schafft es auf wundersame Art, die Dinge in absoluter Ruhe und völlig mühelos zu erledigen: Die Kinder springen lachend davon, der Angestellte nickt und verschwindet mit dem Schirm, der Autofahrer dankt für die präzise und freundliche Routenbeschreibung und Frau Treiber widmet sich nun der Kundin und ihrem Lieblingsthema, den Tomaten. Zwei Schälchen mit leuchtend bunten Früchten sind schnell verkauft und nachdem die Besucherin gegangen ist, strahlt Mervi Treiber mich an und sagt: „Sie sind bestimmt der Herr von Slow Food. Kommen Sie mit, wir gehen gleich mal in die Gewächshäuser…“

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29. Juni 2009

Kochen mit Freunden ist…

Kultur, Spaß, Kreativität und Leidenschaft. Manchmal auch  Aufwand. Ab und zu Spinnerei. Und immer Austausch  und Kommunikation. In den letzten Wochen fanden in der Metropolregion Rhein-Neckar gleich drei erlebnisreiche Kochevents statt, über die ich rückblickend berichten möchte:

  • Slow Food für Kids
  • Slow Food für Genießer
  • Slow Food für Neugierige

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